Crailsheim Lockere Plauderei vor ernstem Hindergrund

Geschäftsführerin Andrea Bohn, die Oberbürgermeister Christoph Grimmer und Christoph Hammer  im Gespräch mit  Moderator ­Mathias Neigenfindt (von links).
Geschäftsführerin Andrea Bohn, die Oberbürgermeister Christoph Grimmer und Christoph Hammer  im Gespräch mit  Moderator ­Mathias Neigenfindt (von links). © Foto: Heribert Lohr
Crailsheim / Heribert Lohr 08.08.2018
Die Forderung nach mehr Gemeinsamkeit prägt die Netzveranstaltung bei Möbel Bohn.

Die Ansage war deutlich: „Wir müssen einfach viel stärker als gemeinsamer Raum auftreten und denken“, legte Christoph Grimmer den rund 200 Gästen der Business Lounge im Möbelhaus Bohn nahe.

Der Crailsheimer Oberbürgermeister nutzte eine  kurze Talkrunde mit seinem Kollegen Christoph Hammer aus Dinkelsbühl und Einrichtungshauschefin Andrea Bohn zu einem klaren Statement: „Ohne nachhaltige Zusammenarbeit geraten wir ins Hintertreffen.“

Der lockere Treff ist Teil einer  Veranstaltungsreihe des Marketingnetzwerkes Trust, die in regelmäßigen Abständen  beiderseits der bayerisch-württembergischen Landesgrenze abgehalten wird.  Vertreter aus Wirtschaft und Politik miteinander ins Gespräch zu bringen, ist dabei das übergeordnete Ziel.

Christoph Hammer  nahm die Vorlage seines Kollegen gerne auf:  „Gerade, wenn drei Städte wie Ellwangen, Dinkelsbühl und Crailsheim zusammenarbeiten, lassen sich die gemeinsamen Standortvorteile auch wirklich nutzen.“

So profitiert  nach Hammers Ansicht auch Dinkelsbühl von guten Arbeitsplätzen in Crailsheim und andererseits fördert die Nachbarstadt als Publikumsmagnet auch den  Freizeittourismus im württembergischen Grenzraum.“ „Erst Netzwerke wie das Magische Dreieck oder Hohenlohe Plus“, ist Grimmer überzeugt,  „geben unserem Raum wirklich eine Stimme.“ Für Christoph Hammer steht dies außer Zweifel: „In wirtschaftlich guten Zeiten wissen das viele nicht so zu schätzen, aber es kommen auch wieder andere Phasen.“

Fachkräftegewinnung,  Gewerbeansiedlungen, regionalweite Angebote für die Einwohner, eine abgestimmte Vorgehensweise bei der Verbesserung gemeinsam genutzter Infrastruktur sind für die beiden Rathauschefs nur  ein kleiner Ausschnitt der Möglichkeiten für eine intensivere Zusammenarbeit. Für Andrea Bohn ist ein besseres Miteinander absolute Pflicht. „Wir bedienen Kunden im Umkreis von 50 Kilometern, da spielt die Landesgrenze keine Rolle.“

Ähnlich sah es Dieter Ruf,  Gesellschafter des Ansbacher Verpackungsmaschinenbauers Transnova Ruf. „Wir sind Mitglied im Packaging Valley. Und der grenzüberschreitende Wettbewerb hat uns nicht geschadet. Im Gegenteil. Dass wir heute 40 Millionen Euro Umsatz machen und 300 Menschen beschäftigen, ist zum Großteil auf diesen partnerschaftlichen Wettbewerb zurückzuführen“.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel