Hausgeburt Lob der Hebamme in Hohenlohe

Niklas Fabian Stein aus Raboldshausen.
Niklas Fabian Stein aus Raboldshausen. © Foto: Jens Stein
pm 03.01.2018
Hausgeburt: Bei Familie Stein in Raboldshausen kam das ersehnte Christkind am 24. Dezember um 12.24 Uhr.

Die zimmerhohe Nordmanntanne steht geschmückt im Wohnzimmer der Familie Stein in Raboldshausen. In weiser Voraussicht hat die hochschwangere dreifache Mutter Daniela alles weit vor Weihnachten vorbereitet. Seit drei Tagen durfte ihr Kind zu Hause geboren werden, war es keine Frühgeburt mehr. Am frühen Vormittag zeigten sich dann die ersten Anzeichen. Die drei Kinder, die beim Eintreffen der Hebamme Martina Eirich noch freudig herumsprangen, wurden von einer Tante eingesammelt und mitgenommen. Die Mutter legte sich nach der Herztonkontrolle in ihre Badewanne und verließ sie erst am frühen Nachmittag mit Sohn Niklas Fabian wieder. Eine Stunde später wurden die Kinder wieder gebracht und die gesamte Verwandtschaft stieß mit den Eltern und der Hebamme auf das Christkind an. In den nächsten Tagen kommt die Hebamme täglich.

Nachdenklich stimmen das Ehepaar Stein die Umstände, unter denen Hausgeburtshebammen in Deutschland arbeiten. „Wir dürfen als Gesellschaft nicht jammern, dass Hebammen aus dem Beruf aussteigen und es momentan nur eine einzige Hausgeburtshebamme im Landkreis gibt“, so das Elternpaar. „Unsere Hebamme sichert ab dem nächsten Jahr mit ihrer beruflichen Haftpflichtversicherung, für die sie fast 10 000 Euro netto bezahlt, zehn Millionen Euro Personenschaden für Mutter und Kind ab.“ Was sie für eine Hausgeburt dagegen erhalte, sei ein Witz und stehe in keinem Verhältnis zur Verantwortung, zum Einsatz und zur aufgewendeten Zeit. Da müssen wir als Gesellschaft mehr für unsere Hebammen tun, ist sich das Paar einig, damit auch zukünftig Kinder an Heiligabend zu Hause geboren werden können.