Schüleraustausch mit Worthington Liebe Grüße aus der zweiten Heimat

Liss Marie Huß und ihre Begleiterin Grace im großen Stadion in Minneapolis.
Liss Marie Huß und ihre Begleiterin Grace im großen Stadion in Minneapolis. © Foto: Privat
Crailsheim / Liss Marie Huß 14.11.2018
Die Crailsheimer Austauschschülerin Liss Marie Huß startete am 9. August ihr einjähriges Abenteuer in Worthington, Minnesota. In ihrem ersten Brief berichtet sie von ihren ersten Erfahrungen und Eindrücken in der amerikanischen Partnerstadt Crailsheims.

Hallo geliebtes Crailsheim!

Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit doch verfliegt! Ich weiß noch genau, wie ich am Flughafen stand und mich von meinen Eltern verabschiedet hatte.

Bevor die Schule anfing hatte ich genug Zeit, mich hier etwas einzuleben. Klar, am Anfang ist alles etwas schwer und natürlich hatte auch ich Tage mit einem mulmigen Gefühl oder etwas Sehnsucht nach meiner Heimat. Doch war ich von Anfang an mit einem neuen Lieblingshobby beschäftigt: Tennis. Es ist nicht nur ein toller Sport, sondern ich kann hier auch neue Leute kennenlernen. Außerdem besuchte ich auch den Freizeitpark „Valleyfair“ und meine Gastfamilie, die Moodys, machte mit mir einen Wochenendtrip nach Minneapolis. Hier stöberten wir nicht nur stundenlang in der „Mall of America“, sondern besuchten auch das Taylor Swift Konzert im U.S. Bank Stadium. Ich durfte auch die Stadt Sioux Falls und die dortigen Wasserfälle besichtigen, welche wirklich besonders sind.

Aber selbstverständlich erkundigte ich auch meine neue Heimat Worthington. Manchmal zu Fuß, manchmal während einer Fahrradtour oder einfach so mit Freunden. Am allerliebsten gehe ich am See laufen und genieße einfach die Sonnenstrahlen.

Nach und nach fiel es mir leichter, mich einzuleben. Als dann endlich die Schule anfing, entwickelte ich meine Alltagsroutine und langsam aber sicher fühlte es sich wie ein Zuhause an – mein zweites Zuhause. Mit der Schule habe ich dann auch schnell den größten Unterschied zwischen meinen zwei Wohnorten festgestellt: Sie endet zwar jeden Tag zur gleichen Zeit, dafür variieren meine Fächer aber umso mehr, die man hier alle drei Monate wechselt. Zudem sind die Unterrichtsstunden zwischen den Stufen gemischt.

Eines meiner Fächer ist die Band. Obwohl ich kein Instrument spiele, durfte ich Mitglied der Worthington Marching Band werden und darüber bin ich nicht nur froh, sondern es ist mir auch eine Ehre, ein Teil davon zu sein. Außerdem lerne ich durch die Paraden neue Städte kennen und sehe mehr von meiner Umgebung.

Im September fand die Homecoming Week satt, zu der sich jeder zu einem bestimmten Thema kleiden konnte. Am Ende der Woche gab es nach dem Footballspiel den Homecoming Dance. Hier verwandelt sich die Turnhalle der Schule in einen Tanzclub. Die Woche hatte sehr viel zu bieten und ich hatte Spaß, bei allem dabei zu sein. Im September war auch King Turkey Day, bei dem ich etwas Heimat verspüren durfte. Es war am selben Wochenende wie das Volksfest und auch wir hatten einen Umzug, der etwas an den Volksfestumzug zu Hause erinnert hat. Es war zwar eine schöne Alternative, aber leider nicht wie mein geliebtes Volksfest.

Im Oktober feierte ich dann nicht nur meinen 17. Geburtstag mit einem riesigen Kuchen, vielen Geschenken, meiner Gastfamilie und meinen Freunden, sondern erlebte bereits jetzt den ersten Schnee. Minusgrade und Schnee bereits zu dieser Zeit waren für mich etwas überraschend und verwirrend zugleich! Glücklicherweise hat er uns fürs Erste nochmal verlassen und wir konnten ein paar schöne Herbsttage genießen. Es gibt nicht umsonst ein Sprichwort in Minnesota „If you don’t like the weather, wait 5 minutes because it’ll change.“ Und es ist wahr: Das Wetter hier bleibt nicht lange gleich.

Auch wenn ich mich über jeden Tag, der mir neue Erfahrungen schenkt, freue, muss ich zugeben, dass das Taylor Swift Konzert und mein Geburtstag meine Highlights in den drei Monaten waren. Ich bin so dankbar, dass Familie Moody mir so viele schöne Erinnerungen geschenkt hat. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten, noch mehr zu erleben.

Ich bin so dankbar und so froh, dass ich hier sein darf, und möchte nochmal allen danken, die mir dies ermöglicht haben. Ich genieße meine Zeit hier und freue mich, neue Bekanntschaften zu machen und auch alte Bekannte wieder sehen zu können.

Liebe Crailsheimer, ich hoffe das Lesen meines ersten Briefes hat euch erfreut. Ich könnte noch so vieles mehr erzählen!

Nun heißt es aber:

Bis ganz bald, mein liebes Crailsheim!

Die allerliebsten Grüße aus Worthington sendet euch,

Liss Marie Huss.

P.S: Es macht mich stolz, genau diese Stadt vertreten zu dürfen und bin froh, dass ich genau unser Crailsheim repräsentieren darf.

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