Neben jedem Bild eine Tonne voll Wasser, die Feuerwehr in Bereitschaft und lückenlose Überwachung der brennenden Lichter, dieses Konzept ist spätestens seit dem heißen und dürren Sommer 2003 Usus am Lichterfest. Daher waren die Veranstalter in Goldbach auch heuer nur wenig besorgt, als es so heiß und trocken war, dass Waldbrandgefahr herrschte.

In Goldbach ist vorgesorgt. „Wir hatten noch nie einen Brand. Die Leute sind sehr gewissenhaft und mittlerweile Profis. Die Becher hängen sicher und gerade, denn wenn ein Bild abbrennt, dann ärgert sich zuerst der Motiv­bauer“, fasst Guy Franquinet, erster Vorsitzender des Vereins Goldbacher Tradition, zusammen – weshalb er sich um Brandschutz zwar Gedanken, aber keine Sorgen macht, wenn er an das kommende Lichterfest denkt. Das steht heuer unter dem Motto „Erfinderisch“ – und die Bildgestalter haben sich zum Thema wieder ausschweifende Gedanken gemacht.

Veranstaltung 56. Lichterfest in Goldbach

„Das meiste wurde ja irgendwann einmal erfunden“, sagt Franquinet lachend und umspannt mit dem Scherz die große Bandbreite der Bilder. Vom Mikroskop über Glühbirne bis hin zum Bier zeigen die Goldbacher am Wochenende eine bunte Mischung an Erfindungen, die die Weltgeschichte prägten. Fehlen darf dabei natürlich auch das „Ouzünderle“ nicht, eine Erfindung der Goldbacher für ihr Fest.

Rund 6000 Gäste werden am Wochenende von den etwa 400 ehrenamtlichen Helfern erwartet. Dabei ist auch die Jugend stark involviert, worauf der Stadtteil besonders stolz ist. „Wir haben immer viele Jugendliche, und viele Goldbacher planen ihren Urlaub um das Lichterfest herum“, weiß Franquinet, dessen Familie selbst bereits in der vierten Generation beim Fest dabei sein wird.

Kinder wachsen in die Tradition der Lichternacht hinein

Zwar ist die kleine Urenkelin Franquinets erst ein paar Monate alt, aber dennoch darf sie Teil des Ganzen sein und mit den Jahren in eine Tradition hineinwachsen wie viele Kinder vor ihr.

Guy Franquinet kann viele Lichterfeste der Vergangenheit Revue passieren lassen. Er erinnert an die drei Feste, die verlegt und nachgeholt werden mussten, was heute aufgrund des großen Aufwands gar nicht mehr möglich wäre. „Das ist der Reiz des Festes, dass man vom Wettergeschehen zwar abhängig ist, aber man es am Ende eben trotzdem durchziehen muss – egal, was das Wetter macht. Zur Not gibt es ja immer noch das Festzelt“, sagt Franquinet.

Wie stark die Goldbacher für ihr Fest zusammenarbeiten und wie gut die Abläufe inzwischen organisiert sind, darauf ist Franquinet besonders stolz. Er weist auch auf die stetig wachsende Zahl der Gestalter hin, die den Weg an den Bildern vorbei inzwischen zu einem richtigen Spaziergang haben anwachsen lassen.

Auf den freuen sich viele am Wochenende, an dem es hoffentlich trocken und windstill bleibt, denn einen Feind haben die luftigen Gitter mit den filigranen Kerzenbechern eben doch: eine zu steife Brise. Auf eine Erfindung, die diese Gefahr bannt, warten die Goldbacher bislang vergeblich.

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