"Man muss sich vor Augen führen, dass Tätigkeiten - und auch Berufe - drei Aspekte haben, und zwar diese: Erstens: ,Ich kann es gut". Zweitens: ,Ich mache es gerne.' Und drittens: ,Ich kann damit genug Geld verdienen.'" Im Schnittpunkt dieser drei Aspekte liege der Traumberuf.

Die Motivations- und Lerntrainerin Vera Birkenbihl habe eine gute Methode entwickelt, mit der man das ausloten kann, erklärt Kufner. Und die geht so: Stellen Sie sich einen Wecker, der irgendwann im Verlauf des Tages klingelt. Ist es soweit, setzen Sie sich hin und notieren Sie wahllos die Tätigkeiten, die ihnen gerade einfallen. Wiederholen Sie das an weiteren Tagen, bis Sie mindestens 200 Tätigkeiten haben. Bewerten Sie diese Tätigkeiten in einem zweiten Schritt danach, wie gut Sie sie können (von 0 wie ganz schlecht bis 100 wie sehr gut). Nehmen Sie die Tätigkeiten heraus, die Sie mit 80 oder besser bewertet haben. Fragen Sie sich dann, ob diese Tätigkeiten in einen Beruf münden können, in dem Geld zu verdienen ist. "Im Idealfall haben Sie dann Ihren Traumberuf gefunden."

Elterntipps von Lernmotivator Alexander Kufner:

Sorgen Sie für eine gute Fehlerkultur. Das Kind muss sich geliebt fühlen - egal, was es macht. Die Sorge, ausgegrenzt zu werden, vermindert - ebenso wie Stress - das Lernpotenzial.

Im "Dönertief" studiert es sich schlecht. Sorgen Sie also für eine gesunde Ernährung. Vor dem Lernen Früchte und Vollkorn, hinterher darf geschlemmt werden.

Sorgen Sie für Ausgleich: Ist der Körper fit und ausgeruht, lernt es sich leichter. Wichtig auch: Ruhetage einplanen. Und einen Tag vor der Prüfung nichts mehr lernen, damit das Gehirn zur Ruhe kommt.

Dem Kind Lernmethoden nahebringen, zum Beispiel die Üflfü-Technik, eine Fünf-Schritt-Methode, die das Lesen effektiver macht (nach Jörg Knobloch).

Die Buchstabenfolge steht für - erstens - überfliegen: In diesem Schritt macht sich der Leser klar, um was es im Text geht (und ob er ihn überhaupt braucht). Dann überlegt er sich im zweiten Schritt Fragen, um die es beim Lesen geht. Ein Nebeneffekt: Ein Lehrer kann sich auch nur eine gewisse Anzahl an Fragen überlegen. Wenn man Glück hat, ist diese Frage genau dabei. Dann erst kommt - drittens - das eigentliche Lesen. Schritt vier heißt überprüfen, die Fragen also in eigenen Worten formulieren. Der nächste und letzte Schritt heißt Festhalten. Gehirnforscher gehen davon aus, dass eine Wiederholung am zweiten, achten und 30. Tag am effektivsten ist und der Lernstoff so ins Langzeitgedächtnis rutscht.