Leckereien für die Seele in der Weihnachtszeit Joachim Schülkes Adventsgeschichten

Die Postkarte "Dezember Weihnachtsfeier in Hohenlohe" ist im Hällisch-Fränkischen Museum in Schwäbisch Hall ausgestellt. Sie stammt aus dem Band "Die Monate des Jahres" von Franz Sträßle. Verlegt wurde er von Wilhelm Nitschke um 1850. Sträßle war Lehrer in Steinbach und hat einige Bücher verfasst.
Die Postkarte "Dezember Weihnachtsfeier in Hohenlohe" ist im Hällisch-Fränkischen Museum in Schwäbisch Hall ausgestellt. Sie stammt aus dem Band "Die Monate des Jahres" von Franz Sträßle. Verlegt wurde er von Wilhelm Nitschke um 1850. Sträßle war Lehrer in Steinbach und hat einige Bücher verfasst. © Foto: Hällisch-Fränkisches Museum
JULIA VOGELMANN 20.12.2014

Die Zeit der Lichter und Kerzen, der Weihnachtsplätzchen und im romantischen Idealfall auch des kalten Wetters draußen und der wohligen Wärme drinnen - sie sollte auch eine Zeit der Besinnung sein. Tage, in denen man sich Zeit nimmt für Dinge, die im Alltag sonst vielleicht zu kurz kommen, wie zum Beispiel das Lesen und Vorlesen.

Eine tägliche Geschichte kann hier genauso Leckerei für die Seele sein wie das tägliche Stück Schokolade aus dem Adventskalender. Besonders schön ist es, wenn die Geschichten nicht nur einen Bezug zu Weihnachten haben, sondern auch zur eigenen Heimat und vielleicht sogar zum eigenen Dialekt.

Bereits vor mehreren Jahren hat deshalb Joachim Schülke aus Weipertshofen kleine Geschichten verfasst, die die Wartezeit bis Weihnachten auf unterhaltsame Art und Weise verkürzen und die Weihnachtsbotschaft für Groß und Klein transportieren sollen. "Erzählen und Geschichten sind ein wichtiges Moment, um in die Religion einzuführen", ist Schülke überzeugt. Als in Weipertshofen der erste Aufruf zu einem lebendigen Adventskalender kam, war der ehemalige Religionslehrer als einer der Ersten mit dabei. "Ich habe damals beschlossen, eigene Geschichten zu verfassen, und das hat mir so großen Spaß gemacht, dass ich in den Folgejahren bereits schon im August Geschichten fertig hatte", erinnert sich Joachim Schülke und muss dabei über seinen eigenen Eifer schmunzeln.

Das Besondere an den Geschichten Schülkes waren jedoch nicht nur die Themen, die in ihrer Vielschichtigkeit Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene gleichermaßen ansprachen, sondern die einzigartige Kombination der kleinen Erzählungen mit selbst entworfenen und hergestellten Fenstertransparenten, die am Abend in den Fenstern der Schülkes aufleuchteten.

"In den Bildern habe ich für die Kinder immer schon kleine Hinweise auf die Folgegeschichte versteckt", verrät Schülke und führt außerdem aus, dass die Bilder voller christlicher Symbolik stecken, die sich dem aufmerksamen Betrachter oft erst mit der Zeit erschließen. "Die Grundbotschaft aller Geschichten ist Zutrauen, Vertrauen und Glaube", fasst der frühere Lehrer zusammen.

Insgesamt sind unter diesen Vorzeichen sechs Geschichten zur Adventszeit entstanden. Joachim Schülke berichtet: "Die Geschichten haben mir selbst so gut gefallen, dass ich dachte, es wäre schön, daraus ein Büchlein zu machen." Zusammen mit Kindheitserinnerungen an Weihnachten und anderen kleinen Erzählungen entstand so ein Buch, das der Baier-Verlag herausgegeben hat. Leider ist das kleine Werk mittlerweile vergriffen, doch Autor und Verlag haben sich dazu bereit erklärt, zwei der Weihnachtsgeschichten von Joachim Schülke als kleines Weihnachtsgeschenk für die HT-Leser bereitzustellen. Auf der Internetseite des HOHENLOHER TAGBLATTS können die Geschichten "Das traurige Vöglein" und "Der kleine Engel" gelesen werden und so die Adventszeit ein klein wenig bereichern.

Die passenden Fenster zu den Geschichten sind übrigens auch heuer im Hause Schülke in der Käßbacher Straße 10 in Weipertshofen zu bestaunen. Jeden Samstag und Sonntag und an den Feiertagen bis Dreikönig erstrahlen sie von 18 bis 20 Uhr - es sei denn die Schülkes sind nicht daheim, dann bleibt der Rollladen geschlossen.