Viel Gesang wurde dem Publikum im bestens gefüllten und für die vom städtischen Jugendbüro organisierte Veranstaltung fast zu kleinen Ratskeller geboten. 12 von 18 Teilnehmer boten vor allem Pop-Songs. Bemerkenswert war unter ihnen Guiherme Nunes Reis-Guiga.

Er begleitete sich nicht nur selbst auf der Gitarre, sondern hatte auch gleich den Song selbst geschrieben. Mit seinem mitreißend vorgetragenen „You Don’t Know“ begeisterte er nicht nur seinen eigenen Fanblock, den es wie beim großen „Deutschland sucht“-Vorbild auch in Crailsheim gab. Hier heißt es „CSDS“, Crailsheim sucht das Supertalent.

„Unaka-Power“ war der Eindruck von Jurymitglied Riad Kekic zur Darbietung von Mmesoma Unaka, die sich einen John-Legend-Song ausgesucht hatte. Dazu tanzten die beiden jüngeren Geschwister.

Talentshow „Crailsheim sucht das Supertalent“-Finale im Ratskeller

Ins Lächeln verliebt

Zum Mitklatschen brachte die 13-jährige Kayla Schary das Publikum mit Lukas Grahams „Love Someone“ ebenso wie später Leni Thal mit Helene Fischers „Ich will immer wieder dieses Fieber spür’n“. Mirlind Zogaj wagte sich an Rihannas „Stay“ und meisterte die Falsettpassagen dabei so gut, dass Jurymitglied Tina Estner „überwältigt“ war.

Ganz in das Lächeln der ebenfalls 13-jährigen Lily Decker verliebt hatten sich später Lehmann und Kekic, während der auch in der Jury sitzende Michael Reinhardt eine unglaubliche Ausstrahlung feststellte. Das betraf auch den Gesang von Xenia Feist, die sich mit großer Stimme und viel Hingabe „Rise Like A Phoenix“ widmete. Begeistert war die Jury ebenso vom A-cappella-Gesang von Lorenza Schöck (16) mit „Endlich sehe ich das Licht“ aus dem Trickfilm „Rapunzel“.

Mettmann

Mit viel Gefühl auf dem Klavier

Zu späterer Uhrzeit – nach bereits fast drei Stunden – wurden auch die Sängerinnen älter. Isabell Jenter (21) wagte sich an „Holly Holy“. Elisabeth Vogt (20) nahm sich „Hotel California“ vor und begleitete sich dazu auf dem Klavier – und Laurine Gennrich (21) lotete anschließend mit einer ­faszinierend getönten Stimme Emeli Sandés „Read All About It“ und „Total Eclipse of the Heart“ aus.

Andere musikalische Vorträge waren rein instrumental. Mit viel Gefühl waren hier Michelle Stichling und Zhide Meng auf dem Klavier zu hören, sie mit „Elysium of the Blue Sky“, er mit Frédéric Chopins Es-Dur-Nocturne op. 9 Nr. 2. Er wolle etwas dagegen unternehmen, dass klassische Musik zunehmend in Vergessenheit gerate, meinte Meng.

Nur eine nicht aus Crailsheim

Neben der Musik bestimmte die Zauberei den Abend. Da ließ die zwölfjährige Lili Schön – als einzige Teilnehmerin nicht aus Crailsheim, sondern aus Heilbronn – etwa Blumenarrangements aus einer einfachen Papiertüte hervorquellen. Florian Ott (13) unterhielt mit Funkenflug und Kartentricks.

Etwas aufwendiger präsentierte Geen Albach (16) ähnliche Tricks und hinterließ Moderator Bernd Mayer vom städtischen Jugendbüro als völlig entgeisterten Mitwirkenden: Denn die abgerissene Ecke einer Karte fand sich in einer Teebeutelverpackung wieder.

Die Mädchen der Stacking-Gruppe von Bianka Engelmann aus Roßfeld führten vor, wie schnell man Plastikbecher zusammenstecken und dann wieder einzeln aufeinandertürmen kann, während die Jungs dazu einen Dance-Act boten. Den Programmabschluss gestalteten mit Hip-Hop-Dance Maria Karypidou und Zinab „Babu“ Youssef. Es habe Spaß bereitet zuzusehen, befand die Jury.

Solitäre Stimme und Style

Danach war diese zusammen mit dem Publikum gefragt, ein Urteil darüber zu fällen, wer die ersten drei Plätze belegt hat. Ganz vorn fand sich dann schon allein aufgrund ihrer solitären Stimme Laurine Gennrich wieder, gefolgt von Elisabeth Vogt. Deren ganz „eigener Style“, den „Eagles“-Klassiker vorzutragen, hatte die vier Jurymitglieder überzeugt. Fasziniert war das Quartett auch von Geen Albachs gekonntem Zauberauftritt, was ihm den dritten Platz bescherte.

Und dass es nicht wieder sieben Jahre dauert, bis es solch einen Talentwettbewerb gibt, dafür hatten sich die Jurymitglieder auch ausgesprochen. Es gebe so viele Talente in Crailsheim, da gehöre so etwas doch regelmäßig auf das Kulturwochenende.

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