Crailsheim/ Blaufelden Landessynode: Stimmenkönig freut sich über das Ergebnis

Die Herren der Tabellen: In der kirchlichen Verwaltungsstelle in Crailsheim (sitzend deren Leiter Dieter Krauß) waren (von links) Joachim Pfau, Kurt Mündlein, Klaus Rost und Dr. Thomas Knöppler mit der Auswertung der Synodalwahl beschäftigt. Nicht auf dem Foto, aber auch fleißig dabei war Joachim Quarder.
Die Herren der Tabellen: In der kirchlichen Verwaltungsstelle in Crailsheim (sitzend deren Leiter Dieter Krauß) waren (von links) Joachim Pfau, Kurt Mündlein, Klaus Rost und Dr. Thomas Knöppler mit der Auswertung der Synodalwahl beschäftigt. Nicht auf dem Foto, aber auch fleißig dabei war Joachim Quarder. © Foto: Ute Schäfer
Crailsheim/ Blaufelden / UTE SCHÄFER 03.12.2013
Für den Wahlbezirk gehen zwei Synodale der konservativen "Lebendigen Gemeinde" und einer der linksliberalen "Offenen Kirche" in die Landessynode: Fritz Deitigsmann, Siegfried Jahn und Dr. Martina Klärle.

Der Crailsheimer Dekan Dr. Winfried Dalferth indes war seit 18 Jahren Mitglied der Synode. Ab sofort ist er es nicht mehr. "Aber der Wähler hat gesprochen", sagte Dalferth. "Das muss man akzeptieren." Dennoch bedauere er das Ergebnis, sagte er Montagvormittag. "Natürlich wollte ich wieder in die Synode. Ich wollte dort gestalten. Ich wusste auch den kurzen Weg zum Oberkirchenrat zu schätzen." Immerhin 40 Tage pro Jahr sei er für die Synode tätig gewesen, und das "mit großer Freude". Viele freie Tage habe er im Zug verbracht, jetzt sei vielleicht etwas Luft "für persönliche Studien und die Familie." Er werde bestimmt ein paar Tage mit der Wahlniederlage hadern, doch dann nach vorne schauen. "Man muss immer wieder auf die Beine fallen." Dann gehe es auch gut wieder weiter.

Dennoch, eine Wahlniederlage ist es, wie die Zahlen zeigen: Dekan Dalferth ("Evangelium und Kirche") erhielt 4143 Stimmen (23,1 Prozent), weniger noch als Gabriele Arnold ("Offene Kirche") mit 4856 Stimmen (27 Prozent). Peter Gansky ("Kirche für Morgen") konnte 2753 Stimmen (15,3 Prozent) für sich gewinnen. Doch sie alle scheiterten an Dekan Siegfried Jahn ("Lebendige Gemeinde").

Wie bereits gemeldet, ist der Dekan aus Blaufelden wiedergewählt. 34,6 Prozent der Wähler (6231 Stimmen) machten bei ihm ihr Kreuz. "Ich freue mich sehr und hätte das Ergebnis so nicht erwartet", sagte Jahn. "Jetzt bin ich voller Erwartung, was kommt." Die Themen, die ihn in der kommenden Synode begleiten werden, hat er auch schon ausgemacht: "Es ist der Kirchentag 2015 in Stuttgart und das Reformationsjubiläum 2017." Dennoch müsse sich die Synode erst personell aufstellen, bevor er wisse, ob er wieder in den Vorstand seines Gesprächskreises gewählt werde. "Aber ich würde mich dafür zur Verfügung stellen."

Stimmenkönig mit Abstand

Bei den Laien waren zwei Sitze zu vergeben, deshalb hatte jeder Wähler auch zwei Stimmen. Gewählt wurde hier Fritz Deitigsmann ("Lebendige Gemeinde"), der damit aber "halb gerechnet" hatte. Dass er allerdings Stimmenkönig werden würde - und das mit Abstand - freue ihn natürlich sehr. Deitigsmann erreichte mit 14 697 Stimmen immerhin 42,8 Prozent. Außerdem zog Dr. Martina Klärle ("Offene Kirche", Schäftersheim) in die Synode ein (10 456 Stimmen, 30,5 Prozent). Sie war am Montag zu einem Statement nicht zu erreichen. Einen Achtungserfolg errang Manuela Leiberich, Pfarrfrau aus Schrozberg ("Evangelium und Kirche") mit 9167 Stimmen (26,7 Prozent).

Zur Wahlbeteiligung: Von den knapp zwei Millionen Kirchenmitgliedern der württembergischen Landeskirche durften im heimischen Wahlkreis gut 60.000 wählen, fast auf die Zahl genauso viele wie bei der vergangenen Wahl. Allerdings: Das Wahlalter war zwischenzeitlich von 16 auf 14 gesenkt worden. Hierzulande ist die Beteiligung traditionell gut. Dennoch war sie in den letzten Jahren gesunken: Von 40,6 Prozent (1995), auf 36,8 Prozent (2001) und 31,6 Prozent (2007). Die 31,6 Prozent der aktuellen Wahl liegen also nicht im Trend.

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