Die Atmosphäre am vergangenen Wochenende im Rathaus erinnerte Eva Doose „ein bisschen an die Vorweihnachtszeit“. Auch da werden, so die Stadträtin, Wunschzettel geschrieben. Die ehrenamtliche OB-Stellvertreterin hatte sich sowohl am Freitagnachmittag als auch am Samstagvormittag an den Workshops im Rahmen des Ideensprints beteiligt und so hautnah mitbekommen, wie intensiv Bürgerinnen und Bürger, unterstützt von Experten, daran gearbeitet haben, Ideen für die Crailsheimer Bewerbung um eine Landesgartenschau zu entwickeln (muss bis Jahresende fertig sein).

Langer Wunschzettel

Herausgekommen ist tatsächlich ein langer Wunschzettel. Der, betonte einer der aktiven Bürger bei der Präsentation der Workshop-Ergebnisse im Rathaussaal, solle nun nicht in einer Schublade verschwinden. Das geschieht nicht, versprach Stefan Markus, Ressortleiter Stadtentwicklung im Rathaus. Er zeigte sich „geplättet und fasziniert“ von den Ergebnissen und kündigte an, sich Zeit zu nehmen, um sich die vielen Vorschläge genau anzuschauen. Begeistert vom Ideensprint zeigte sich auch Bürgermeister Jörg Steuler. Der Mut, mit der Design-Thinking-Methode eine sehr innovative Art der Bürgerbeteiligung durchzuführen, habe sich gelohnt. Ihm imponierte insbesondere der wertschätzende Umgang der Teilnehmer miteinander in den Workshops, auch wenn sie unterschiedlicher Meinung waren.

Crailsheim

Die Methode, die strukturiertes Diskutieren und Arbeiten zum Ziel hat, stellt die Bedürfnisse der Teilnehmer/innen in den Mittelpunkt. Sachzwänge und Ist-Zustände spielen zunächst einmal keine große Rolle. Dass dieser Ansatz Kreativität fördert, zeigte sich auch in Crailsheim. Als OB-Stellvertreterin Doose am Samstagmittag die Teilnehmer/innen ins Wochenende verabschiedete, hatte sie „den Kopf voller Ideen“, voller eigener, aber auch derer aus den Workshops. „Ich möchte 100 Jahre alt werden, um die Umsetzung der vielen Ideen erleben zu können“, sagte sie. Und hofft, dass die Workshops dazu beitragen, eine „besondere Atmosphäre“ in der Stadt, eine Aufbruchstimmung, zu erzeugen. Sie erinnerte an das Ende der 1970er-Jahre, als die Stiftung von Bertha Dinkel dafür sorgte, dass der Rathausturm wieder eine Haube bekommt. Im Oktober 1979 verfolgten Tausende Menschen, wie sie aufgesetzt worden ist.

Während der Laga-Workshops im Rathaus sprudelten die Ideen nur so. Die Gruppe zum Thema Stadtmarketing und Tourismus beschäftigte sich mit einem der zentralen Räume in einer Landesgartenschau in Crailsheim, mit Gleisdreieck und Wasserturm. Von dort soll eine Seilbahn he­runter zum Modellbootsee in der Jagstaue führen. Im Bereich der ehemaligen Lokschuppen soll es ein besonderes Hotel geben: ehemalige Schlafwagen der Bahn, in denen genächtigt werden kann.

„Crailsheim Go!“

Die Gruppe, die sich mit Mobilität auseinandersetzte, machte folgende Ansage: „CR Go!“. Hinter dem Slogan steckt eine Mobilitätsapp, die Informationen über alle Verkehrsangebote in der Stadt bündelt und Auskünfte dazu gibt. Außerdem entwickelte diese Gruppe die Idee des Horaff-­Bahnhofes, der mit Rampen für einen treppenfreien Zugang zu den Bahngleisen sorgt. Der Bahnhof soll ein Ort werden, an dem verschiedene ÖPNV-Angebote verknüpft werden. Die Gruppe zum Thema Kultur und Stadtgesellschaft stellte unter anderem die Idee eines Kulturweges Jagst vor. Er soll zeigen, wie attraktiv die Jagst und ihr Umfeld ist. Übrigens: Das sind nur einige von vielen Ergebnissen des Ideensprints.

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