Die Netzbrücke, die sich vom Bullinger Eck über die Bundesstraße 290 und die Jagst mitsamt ihrer schönen Aue bis zum Stadtteil Türkei spannen soll, bildet zweifellos den städtebaulichen Höhepunkt des Konzepts, mit dem sich Crailsheim im Dezember für eine Landesgartenschau in den Jahren 2032, 2034 und 2036 bewerben will. Stolze fünf Millionen Euro wird sie kosten, einen markanten Blickfang bieten und vor allem: Sie wird Verbindungen schaffen, die heute noch nicht existieren.

Die Stadt soll enger zusammenrücken

Ergänzt durch eine zweite Brücke – architektonisch bei Weitem nicht so aufregend, aber von großem infrastrukturellem Wert – die vom Stadtteil Türkei den Bahndamm überquert und einen Bogen schlägt in den Stadtteil Altenmünster, rücken die Stadtteile enger zusammen. Die Bahnunterführung bleibt dann nicht mehr einziges Nadelöhr von der Peripherie ins Zentrum.

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Und wenn diese Brücke, die während der Landesgartenschau nur von Fußgängern und Radfahrern genutzt wird, später für den Individualverkehr freigegeben wird, entspannt sich auch die schwierige Verkehrssituation in der Türkei.

Das Gelände, auf dem Crailsheim die Landesgartenschau ausrichten will.
© Foto: Stadt

All diese positiven Effekte offenbarten sich beim Rundgang über das möglicherweise künftige Landesgartenschaugelände, zu dem Sozial- und Baubürgermeister Jörg Steuler und Stadtplaner Stefan Markus mit seinen Mitarbeitern eingeladen hatten. Neben den geplanten Brücken, die die Trennlinien Bundesstraße, Jagst und Bahndamm überwinden werden, zeigten die Planer auch Orte auf, an denen Plätze für Veranstaltungen, Gastronomie und zum Wohnen entstehen sollen. So ist am Gleisdreieck Platz für Kulturveranstaltungen, leer stehende Ladenlokale entlang des Rundwegs sollen – zumindest zeitweise – zu Bars oder Cafés werden und im Stadtteil Türkei sollen moderne Wohnungen entstehen. Bestehende Wohnhäuser müssten dafür nicht weichen, versichert Jörg Steuler, womöglich aber einige Betriebe.

Crailsheim

„Die Besucher laufen vom Bullinger Eck über die Netzbrücke, schauen in der Türkei Blümchen an und queren die zweite Brücke zum Wasserturm. Dort gibt’s Kultur und Eisenbahngeschichte“, fasst Steuler die Stationen des Rundwegs zusammen. „Von fast jeder Stelle aus sieht man den Rathausturm. Das ist eine schöne Orientierung“, fügt Markus an.

Dem Konzept zugrunde liegt die Idee, Naturraum, von dem Crailsheim jede Menge zu bieten hat, erlebbar zu machen, ohne ihn zu stören. Wenn das gelingt, gewinnen Stadt und Landschaft.

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Stadt Crailsheim hat einige Mitbewerber


Die Bewerbung für eine Landesgartenschau (2031 bis 2036) muss bis zum 19. Dezember eingereicht werden. Neben Crailsheim bewerben sich Nürtingen, Tübingen, Offenburg, Riedlingen, Ludwigsburg, Nußloch/Leimen, Altensteig und Bretten.

Das Konzept umfasst die Flächen Gleisdreieck und Wasserturm, Altenmünster Ost und Türkei mit Jagstauen sowie die Trutenbachaue, die Jagstaue zwischen ZOB und Innenstadt und die nördliche Jagstaue.