Künzelsau / JK/ELS Was für Sportler Gold und für Musiker der Grammy, das ist der "Bocuse d'Or" für Köche. Auch ein Künzelsauer ist im laufenden Küchenrennen.

Noch ist der goldene Bocuse ein Traum, aber Sternekoch Serkan Güzelcoban vom Künzelsauer Restaurant "Handicap" will "den Pokal nach Hohenlohe holen". Die erste Hürde hat er genommen: Mit fünf weiteren Kollegen hat sich Güzelcoban für den nationalen Vorentscheid qualifiziert. Kurz vor knapp hat er seine Rezepte eingereicht. Einen Tag später kam die Zusage.

Heute kämpft Güzelcoban in Stuttgart auf dem Branchentreff Intergastra 2016 um den Sieg beim Bocuse d'Or Germany, bei dem - inoffiziell - der "beste Koch Deutschlands" gekürt wird. Er tritt gegen fünf weitere Star-Köche an und muss eine prominent besetzte Jury überzeugen. Ihre Aufgabe: Mit den Hauptzutaten deutscher Zuchtstör, Kaviar und Rücken vom deutschen Lamm müssen die Finalisten "einen Fisch- und Fleischgang inklusive zwei Garnituren und einer Sauce für 14 Personen" zubereiten und dabei die "neuesten Trends der internationalen Küche repräsentieren". Dafür haben sie fünf Stunden und 35 Minuten Zeit.

Bewertet werden die Gerichte von ehemaligen Preisträgern und Sterneköchen. Unterstützt wird jeder Koch von einem maximal 21 Jahre alten Beikoch ("Commis"). Serkan Güzelcoban hat sich für seinen Azubi im zweiten Lehrjahr Thomas Heiland (18) entschieden. Sein Wettbewerbs-Gericht soll seinen Stil widerspiegeln, also "den Spagat zwischen Orient und Okzident" auf die Teller bringen.

Heute um 14.50 Uhr präsentiert er der Jury das Fisch- und um 15.25 Uhr das Fleischgericht. Um 16.30 Uhr will die Jury die Ergebnisse verkünden. Der Sieger wird weitergereicht zum europäischen Bocuse d'Or in Budapest. Dort geht es um die Teilnahme am Endausscheid in Lyon, der Heimat des gerade erst 90 Jahre alt gewordenen Erfinders der "Nouvelle Cuisine", Paul Bocuse.