Die Vernissage der neuen Sonderausstellung „Eva Schorr – Weite Horizonte“ im Stadtmuseum im Spital hatte gestern Vormittag den Charakter eines Familienfests: Denn die aus Crailsheim stammende Komponistin und Malerin Schorr, die 2016 verstorben ist, hat zeitlebens den Kontakt in ihre Heimat gehalten, obwohl sie in Stuttgart lebte. So begrüßte Susanne Kröper-Vogt, Leiterin des Fachbereichs Stadtgesellschaft, Kultur und Wirtschaft der Stadtverwaltung neben Schorrs Kindern und deren Familien besonders ihre Schwestern Sybille Resch und Ulrike Durspekt-Weiler. „Die Künstlerin ist in Crailsheim bekannt“, stellte Kröper-Vogt fest.

Eva Schorrs Neigung zu Musik und bildender Kunst entwickelte sich schon im Crailsheimer Elternhaus: Ihr Vater, der Sport-, Musik- und Kunstlehrer Adolf Weiler, der am Albert-Schweitzer-Gymnasium unterrichtete, brachte ihr das Malen bei. Ihre musikbegeisterte Mutter schrieb ihre ersten Kompositionen auf, lange bevor Eva Schorr in Stuttgart Kirchenmusik und Komposition studierte.

Schorr arbeitete als freischaffende Komponistin, über hundert Werke hat sie geschaffen. Die Malerei war ihre Leidenschaft. „Sie hinterließ eine solche Menge an Bildern, die einen fast erschlägt“, sagte ihr Sohn Dr. Matthias Schorr, der aus dem Leben seiner Mutter berichtete und in ihr Werk einführte.

Fantastische Landschaften

Die Ausstellung vermittelt mit Bildern aus unterschiedlichen Schaffensperioden einen Blick auf Schorrs Lebenswerk – angefangen mit einem frühen selbst gestalteten Liederbuch mit eigenen Kompositionen und Illustrationen bis hin zu experimentellen Werken mit Ölkreide, Acryl- und Naturfarben, bei denen auch Rote-Beete-Saft Verwendung fand. Fantastische Landschaften und surreale Stadtansichten sind damit entstanden.

Der familiäre Charakter der Vernissage gipfelte in der musikalischen Umrahmung. Die Schorr-Kinder Matthias, Simon und Nikola spielten ein „Trio für Flöte, Violine und Violoncello“, das ihre Mutter eigens für sie komponiert hatte und bewiesen damit eindrucksvoll, dass die künstlerische Begabung in die nächste Generation weitervererbt wurde. Und mehr noch: Nikola und Simon arbeiten als Musik- und Sportlehrer. Die Malerei hingegen hat eine Generation übersprungen. „Ich zeichne ein bisschen, wenn ich auf Reisen bin“, erzählte Nikola Schorr, „aber nur für mich privat. Simons Sohn malt allerdings – und Musiker ist er auch.“

Info Die Ausstellung „Eva Schorr – Weite Horizonte“ ist bis zum 18. März im Stadtmuseum im Spital zu sehen.