Sie sei angesichts der Umstände froh, dass auch die inzwischen siebte Saison der „KunstKlang“-Reihe stattfinden könne – das bekannte Sopranistin Christiane Karg jüngst bei einer Pressekonferenz in der Stadthalle „Kasten“. Die Reihe werde sechs Konzerte zwischen November und Mai umfassen. Eines der Konzerte wird am 24. April 2021 veranstaltet: unter dem Titel „Mein Beethoven“ und mit Thomas Quasthoff und dem Dieter-Ilg-Trio.
Karg merkte angesichts der Pandemie-Lage aber auch an, dass sich der eine oder andere Termin noch ändern könne: „Es ist nichts in Stein gemeißelt. Wir müssen flexibel sein.“ Aufgrund der einzuhaltenden Abstände gerade in geschlossenen Räumen hielt sie fest: „Das große Geld werden wir nicht machen.“

Kulturwelt als Bittstellerin

Gleichzeitig dankte sie dem ebenfalls anwesenden Feuchtwanger Bürgermeister Patrick Ruh für die städtische Unterstützung. Dass es auch private finanzielle Unterstützer gibt, bewies unter anderem Stefan Fink, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Ansbach, der den Willen zur kulturellen Förderung unterstrich. Christiane Karg verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Kulturwelt bald nicht mehr als Bittstellerin auftreten müsse.
Ansätze hierzu gebe es bereits, zum Beispiel in der Gastronomie: Die habe in Feuchtwangen schon die Bitte geäußert, dass etwas stattfinden möge – kulturelle Ereignisse sind also gefragt. Kulturamtsleiterin Dr. Maria Wüstenhagen merkte an, dass die Veranstaltungen im Sommer, zu denen auch die „KunstKlang“-Konzerte im Kreuzgang zählen, „unglaublich viel für die Stimmung in der Stadt bewirkt“ hätten.

Roggenburg

Wermutstropfen in den Planungen sind natürlich die weitaus kleineren Kartenkontingente. In der katholische Kirche St. Ulrich bringe man noch problemlos etwa hundert Zuhörer unter, auch im „Kasten“. Im Kreuzgang seien dann Ende Mai sogar noch etwas mehr möglich. Im Nixel-Garten dürften nach derzeitigen Vorgaben aber nicht mehr als 40 Personen Platz finden.
In St. Ulrich wird die Konzertreihe mit Liedern von Richard Strauss eröffnet, unter anderem mit den „Vier letzten Liedern“. Christiane Karg wird dabei am Freitag, 20. November, nicht von einem Pianisten begleitet, sondern von einer Harfenistin: Anneleen Lenaerts ist Soloharfenistin der Wiener Philharmoniker.
Das zweite Konzert folgt dann am 14. Februar in der Stadthalle „Kasten“ mit Romanzen von Nikolai Rimski-Korsakow unter dem Titel „Lehn Deine Wang’ an meine Wang‘“. Die Sopranistin Anush Hovhannisyan und der Bariton Yuriy Yurchuk werden singen, Sergey Rybin wird am Klavier begleiten und Gustav Peter Wöhler rezitieren.
Dann wird sich ebenfalls im „Kasten“ am 24. April Deutschlands derzeit wohl bekanntester Jazzbassist mit seinem Trio mit der Musik Beethovens auseinandersetzen. Thomas Quasthoff wird nicht als Sänger, sondern rezitierend seine Stimme zum Klingen bringen.
Beschlossen wird die Reihe mit drei Konzerten zu Pfingsten 2021. Am 21. Mai wird das Aris-Quartett Streichquartette von Ludwig van Beethoven und Felix Mendelssohn spielen und Christiane Karg zu Ernest Chaussons „Chanson perpétuelle“ begleiten.
Vom „Kasten“ geht es tags darauf ins Freie, in den Kreuzgang. Dort werden dieselben Musiker, ergänzt um den Pianisten Simon Lepper und den Schauspieler Dominique Horwitz, ein Programm mit einer poetischen Reise in die Welt von Maurice Ravel anbieten. Abschluss ist am 23. Mai im Nixel-Garten mit einer Matinee mit Karg und Lepper und Liedern von Fauré, Wolf, Debussy und Strauss.
Dass damit ihre Kreativität noch lange nicht erschöpft ist, bewies Christiane Karg am Ende der Pressekonferenz, als sie sich schon Gedanken um die weitere Entwicklung kultureller Veranstaltungen in der Stadt Feuchtwangen machte: Eine Händel-­Oper im Kreuzgang sei durchaus möglich, ebenso Konzerte an einem „wunderbaren neuen Ort“, im restaurierten Kulturkino: „Wir sind im Moment in einer Aufbruchstimmung und es passiert sehr viel.“

Info


Der Kartenvorverkauf läuft bereits. Nähere Informationen dazu gibt es beim Kulturamt Feuchtwangen oder unter www.kunstklang-feuchtwangen.de.