Küche Köche aus der Region haben ihre Top-Leistungen auch 2015 wieder bestätigt

Schwäbisch Hall / MATHIAS BARTELS 12.02.2016
Wer im Internet "Genießerregion Hohenlohe" googelt, wird bestens bedient. Seit Jahren haben sich Werbestrategen auf den Begriff eingeschworen. Die Köche der Region bestätigen den Slogan mit Top-Leistungen.

Die Namen und die Positionen an den Kochtöpfen mögen sich ändern, die Gourmet-Führer indes fällen Jahr für Jahr ihr Urteil. Zusammengeführt werden die Expertenmeinungen von Michelin, Gault Millau, Feinschmecker, Restaurant Guide, Varta, Gusto und Schlemmer-Atlas in den "Restaurant-Ranglisten", die einst der vor Jahren verstorbene Gustav Volkenborn ins Leben gerufen hat. Wer sich also nicht allein auf einen Restaurant-Führer verlassen will, vertraut eben auf das vereinigte Gastronomie-Gewissen der Ranglisten. . .

Stern erkochen ist leichter als ihn zu behalten

In diesen Rankings ergeben sich zwar nur relativ wenige Verschiebungen, und doch gibt es auch hier echte Überflieger, die die Charts stürmen. Andere indes sind froh, wenn sie ihren Listenplatz behaupten und ihre Sterne, Kochmützen, Kochlöffel, Pfannen oder welche Kennzeichen auch immer verliehen werden verteidigen. Wobei: Fürs Renommee entscheidend sind eigentlich die Michelin-Sterne. Drei sind hier das höchste der Gefühle, und schon wer mit einem Stern gesegnet ist, darf sich glücklich schätzen. Dabei sei es, so behauptet wohl jeder weise Küchenchef, leichter, einen Stern zu erkochen als ihn zu behalten.

Die Rangliste der Region führt seit Jahren unangefochten der von Experten als "bester Landgasthof Deutschlands" eingestufte "Adler" in Rosenberg an. Josef Bauer bekocht seine Gäste seit 1989 auf höchstem Niveau, wollte zuletzt aber "etwas kürzer treten". Der 72-Jährige hat den (kleinen) Schritt zurück tatsächlich vollzogen und Ende 2014 Christian Baur ("der Bauer ohne E") in sein Küchen-Reich geholt. Und der ist auch kein Niemand. Im badischen Durbach hat sich Bauers Fast-Namensvetter vor mittlerweile zwölf Jahren als 26-Jähriger seinen ersten Stern erkocht und seitdem bestätigt. Im "Adler" werkeln also derzeit gleich zwei Sterne-Köche, denn der Alt-Patron hat sich mitnichten von seinen Küchen-Utensilien trennen können. Auch seine Frau Marie-Luise Bauer gibt weiterhin die aufmerksam-charmante Chefin im Service.

Ohne Erwähnung in den "Ranglisten" blieb heuer zunächst Alt-Meister Hubert Retzbach von der "Jagstmühle" in Heimhausen. Erst ein Anruf im Restaurant bringt Klarheit: "Selbstverständlich kocht Herr Retzbach weiter Seite an Seite mit Markus Reinauer." Und wie: Ihre 80,2 Punkte haben die beiden gehalten.

Neues gibt es dagegen aus dem Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe in Zweiflingen. Der 39-jährige Boris Benecke erhält einen Nachfolger mit gleichem Vornamen: Boris Rommel (31) hat die Regie an Messern, Gabeln, Löffeln, Pfannen und Töpfen übernommen. Benecke will sich beruflich neu orientieren.

Seinen Weg gefunden hat offenbar Serkan Güzelcoban vom "Handicap" in Künzelsau. Im vergangenen Jahr noch als "Einsteiger des Jahres" von dieser Zeitung porträtiert, hat der 31-Jährige nicht nur seinen Michelin-Stern bestätigt, sondern nach Punkten noch mal ordentlich draufgepackt - von 51,0 auf 93,3, was auch daran liegt, dass er inzwischen von mehr Gastro-Kritikern wahrgenommen wurde. Dennoch: Mittlerweile rangiert er bundesweit auf Platz 185. Ihm gebührt heuer zweifellos unser Attribut "Aufsteiger des Jahres".

Ansonsten: viel Qualität im Lande und viele bekannte Namen: Josef Wolf mit der "Eisenbahn", Hans-Harald Reber mit dem "Pflug" und Friedheinz Eggensperger mit dem "San Michele", alle aus Hall, sind da zu finden, Jürgen Koch vom "Laurentius" in Weikersheim, Dirk Becker vom "Greifen-Post" in Feuchtwangen und Matthias Mack vom "Landhaus Hohenlohe" in Rot am See: Sie alle kochen mehr als ambitioniert und liefern Spitzenleistungen, die weit über das normale Maß in heimischen Gaststuben hinausragen.

Aufgestiegen ist auch Janko Hilliges vom Panorama-Restaurant im Ilshofener Park-Hotel. Auch er ist einer jener Spitzenköche, die wie viele andere auf Regionalität und unverfälschte Gourmet-Küche setzen: stilsicher und geradeaus. Und nebenbei: Der Michelin-Tester hat sich bereits bei ihm angekündigt. . .

Info Mehr zum Ranking unter www.restaurant-ranglisten.de

Rangliste morgen im Blatt

Die "Restaurant-Ranglisten" (früher: "Volkenborn") werten die Ergebnisse der sieben wichtigsten Gourmetführer aus und bilden so ein weitgehend unabhängiges Urteil. Wir haben die Listen auf Top-Köche aus der Region abgeklopft und veröffentlichen die Ergebnisse am Samstag als "Thema des Tages" auf einer Sonderseite im Blatt. els