Konzert Kiwanis-Konzert mit ungewohnter Instrumenten-Kombination

Crailsheim / RALF SNURAWA 13.11.2013
Eine ungewohnte Instrumentenkombination hatte sich der Kiwanis Club Crailsheim für sein herbstliches Benefizkonzert herausgesucht: Im Ratssaal trafen Saxofon, Klavier und Schlagzeug aufeinander.

Im ersten Programmteil waren die drei jungen Musiker - alle noch Studierende an der Würzburger Musikhochschule - mit Solostücken zu hören. Florian Glemser eröffnete den musikalischen Reigen mit der zweiten Englischen Suite von Johann Sebastian Bach. Das Prélude gestaltete er mit kraftvollen Akzenten und herausfahrenden Figuren. Allerdings ließ er auch Raum für wundervoll nuancierte Schattierungen. Ruhig fließend wirkte danach die Allemande, schön federnd die beiden Courantes. Fein austariert und gesanglich klang die Sarabande, gefolgt von einer tänzelnden wie kräftig markierten Bourrée - verfeinert durch dynamisches Zurücknehmen. Glemser beschloss seine Interpretation mit einer schnell gespielten, aber klar phrasierten Gigue.

Cornelius Wünsch wagte sich danach an einen im Grunde schon Klassiker der Neuen Musik: Nicolaus Hubers "Aus Schmerz und Trauer" für Altsaxofon. Huber betrachtete das Instrument dabei nicht nur als Mittel des expressiven Aufschreis, sondern auch des nach innen gewendeten Seufzens. Technische Finessen dieses anspruchsvollen Werkes meisterte Wünsch mit Verve: wunderbar aufgeraute zweistimmige Klänge genauso wie zarteste Tonfolgen bis hinein ins bloße Blasgeräusch.

Perkussionistin Seyong-Ryeom Lee stellte zwei der vier "Rotations for Marimba" von Eric Sammut vor: minimalistische Wiederholungsmomente, rhythmisches Akzentuieren wie in der ersten "Rotation" oder wie in der vierten ruhiges Schweifen und kantabler Vortrag.

Das Duo Wünsch und Glemser rahmte im zweiten Teil das Duo von Wünsch und Lee ein. Bertold Hummels "Due a due" stand im Mittelpunkt. Beide Interpreten loteten im siebenteiligen, recht kurzen Werk raffinierte Zusammenklänge aus. Mit der B-A-C-H-Motivik knüpfte das Duo dabei an den Konzertbeginn an. Hummel war als Kompositionsschüler von Harald Genzmer gewissermaßen Enkelschüler von Paul Hindemith. Dessen Sonate für Saxofon und Klavier eröffnete den zweiten Konzertteil. Vor allem die weiten Melodiebögen fesseln an diesem Werk, das ausdrucksstarke Momente bot.

Christoph Wünsch, Vater des Saxofonisten, ist wiederum ein Schüler von Hummel. Diesem hatte er sein Saxofonkonzert "im Angedenken" gewidmet, das 2012 zehn Jahre nach dem Tod des Lehrers entstanden ist. Der jazzige Grundton wurde mit Groove vorgetragen. Nicht zuletzt deswegen gab es heftigen Applaus vom begeisterten Publikum.

Als Dank spielten die drei Musiker als Zugabe und einziges Trio-Werk des Abends eine Bearbeitung von Camille Saint-Saëns "Der Schwan" aus dem "Karneval der Tiere" durch Christoph Wünsch für Saxofon, Marimbafon und Klavier.

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