Kirchberg / Denise Fiedler  Uhr
Die Organisatorinnen in Kirchberg sind hochmotiviert, die Jugendlichen sehen Verbesserungspotenzial.

Spontaneität ist Trumpf für die drei Organisatorinnen des ersten Kirchberger Jugendtages Nadine Krauß, Phillippa Köttner-Robertson und Marianne Sudermann. „Wir konnten überhaupt nicht einschätzen, wie unser Angebot angenommen wird“, sagt Krauß vom Jugendcafé. Sie freue sich, dass nun so viele verschiedene Jugendliche hier seien. „Die Bereitschaft der Jugendlichen im Vorfeld hat mich begeistert.“

Auch das ganztägige Bühnenprogramm am Samstag entsteht kurz entschlossen. „Open Stage“ heißt alles und jeder kann, keiner muss. Es gibt keine Vorgaben, was vorgeführt wird, keine zwanghafte Reihenfolge, alles wird spontan und locker genommen. Am Nachmittag bietet sich daher den Jüngeren die Gelegenheit, erste Bühnenerfahrung zu machen. Ismael steht mit seinen beiden Kumpels auf der Bühne und tanzt, danach schnappt sich der Elfjährige das Mikrofon und singt „Zusammen“ von den Fantastischen Vier. Große Angst hatte er nicht, erzählt er hinterher. Brauchte er auch nicht: Das Publikum ist nicht allzu groß, rund zehn Kinder sitzen vor der Bühne und applaudieren dem Jungen nach seiner Spontan-Performance. Auf dem restlichen Bauhofgelände verteilen sich weitere rund 60 Personen und essen, quatschen und spielen.

In Kirchberg wird am Samstag der erste Jugendtag gefeiert.

„Mehr Publikum wäre toll gewesen, dann wäre die Stimmung sicherlich besser gewesen“, findet Laura, die mit ihren beiden Freundinnen und weiteren Tänzerinnen des Tanzzentrums aufgetreten ist. „Es wäre auch cool, wenn Musik laufen würde oder es ein Programm für Jugendliche geben würde“, ergänzt Alina. „Das Programm ist ja nur was für Kinder.“

Was wird aus dem Jugendtag folgen?

Die Organisatorinnen sind indes begeistert vom bisherigen Verlauf. „Die ersten Auftritte waren schon toll. Ich freue mich auf das, was heute noch alles auf dem Programm steht“, sagt Köttner-Robertson. Sie hat bis zuletzt die ­etwas zurückhaltenden Jugendlichen animiert, das baufällige Areal als urbanen Platz für jugendliche Gestaltung und Zusammensein zu nutzen. Bis in die Nacht wurden die Wände besprayt. „Wir hatten eine tolle Zusammenarbeit mit dem Rathaus, dafür sind wir dankbar“, sagt die Künstlerin. Sudermann ergänzt: „Das wollen wir den Jugendlichen mitgeben: Nutzt eure Gestaltungsmöglichkeiten, habt Visionen und bleibt dran mit Begeisterung und Beharrlichkeit.“

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Was sich aus dem Jugendtag ergibt, darüber sind sich die Beteiligten noch nicht klar. Unterm Jahr werde das Areal noch vom Bauhof genutzt, erklärt Hauptamtsleiterin Sabine Berg. Sie sieht daher keine regelmäßige Nutzung durch Jugendliche in Zukunft. Köttner-Robertson hofft indes darauf, dass sich in Gesprächen mit der Stadt ein Weg finden lässt, wie weitere Treffen auf diesem urbanen Kleinod in Kirchberg möglich werden.

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