Das Konzept, dass wir den traditionellen Stadtfeiertag mit dem Mittelaltermarkt kombinieren, funktioniert seit zwölf Jahren“, sagt Stefan Ohr, der Bürgermeister von Kirchberg. Die Stadt lud am Montag zur Pressekonferenz ins Rathaus und brachte die wichtigsten Akteure an einen Tisch.

Am Samstag, 22., und Sonntag, 23. Februar, geht heuer die 13. Kombination aus Stadtfeiertag und Mittelaltermarkt in Kirchberg über die Bühne. Offizielle Eröffnung: Samstag, 10.30 Uhr, Frankenplatz – mit einer Vieh- und Mostprämierung.

So berichtet Eckhard Sperr von der Rinderunion Baden-Württemberg von derzeit 25 Anmeldungen aus fünf Betrieben. Dazu gibt es eine Kälbervorführung. „Wir aus der Landwirtschaft sind immer froh über so eine Plattform“, sagt Sperr. Was er gut findet: dass die Tiere am Eingang zum Markt präsentiert werden. „Die Leute müssen an uns vorbeilaufen, viele bleiben stehen.“

Bietigheim-Bissingen

Tradition hat auch die Mostprämierung. Bereits zum 34. Mal kümmert sich die Nabu-Ortsgruppe Kirchberg um Bruno Fischer darum. Der Ablauf sieht so aus: Die Leute bringen einfach ihre Proben vorbei, diese werden von vier Prüfern bewertet, für den besten Most gibt es Preise. Fischer rechnet in diesem Jahr allerdings mit wenig Proben, weil es wenig Obst gab.

Mit einem gemeinsamen Stand sind die Landfrauen Lendsiedel und der Ortsbauernverband Kirchberg vertreten. Die Landfrauen sorgen für die beliebten Kutteln, die Landwirte für Informationen. Sie würden erklären, was es mit den grünen Holzkreuzen und den Schlepperdemos auf sich hat, sagt Paul Wüstner.

Beim Stadtfeiertag ist reichlich Kurzweil geboten

Parallel zum Mittelaltermarkt läuft das Jagdbogenturnier (siehe Inforubrik). Das Programm bietet reichlich Kurzweil oder „Kurzweyl“, wie die Mittelalterleute es vielleicht schreiben würden. Beim Wettsägen sind starke Weibs- und Mannsbilder gefragt. Neu in diesem Jahr: furchterregende Ritter, die ihr Geschick mit den Schwertern zeigen und das „Freye Volk zu Hohenlohe“, eine Gruppe aus Kirchberg. Mit von der Partie sind auch: Shloma Goldstein, ein jüdischer Geschichtenerzähler, Gaukler Oskar – und Zauberer Shri Magada. „Ich kenne ihn seit 20 Jahren“, sagt Chrischan Moll, „und weiß immer noch nicht, wie die Tricks funktionieren.“

Es gibt 60 Stände, darunter Knochenschnitzer, Zinngießer, Kupferschmiede, Silberschmiede, Spinnstube, Steinmetz, Holzschnitzer, Brandmaler, Filzerei, Korbflechter, Bogenbauer, Bernsteinschleifer, Grobschmied, Glasperlenmacherin, Zimmerei, Drechsler, Lederei, Perlenweberei, Töpfer. „Ein wahnsinniges Spektrum“, betont Moll. „Das erlebt man nur in Kirchberg.“

Oberdischingen

Moll muss es wissen. Mit dem „Verein lebendiges Mittelalter“ mit Sitz in Rot am See organisiert er nicht nur die Veranstaltung in Kirchberg, sondern auch die Mittelaltermärkte in Senden, Pforzheim und Fürth. Speis und Trank dürfen natürlich nicht fehlen. Bei Moll heißt das Mittelalter-Gastronomie. Es sei „von allem etwas dabei“.

Der Markt in Kirchberg kostet seit ein paar Jahren Eintritt, mittlerweile sind es für beide Tage vier Euro für Erwachsene, Kinder und Jugendliche kommen umsonst rein. Als Eintrittskarte dient ein Button, den man sich an die Jacke heftet. Darauf steht jetzt nicht mehr „Edler Spender“, weil es ja auch edle Spenderinnen gibt, sondern schlichtweg „Wegezoll“. Die Buttons sind an den drei Kassen erhältlich oder vorab bei der Schloss Apotheke, der Metzgerei Holzinger, beim Autohaus Botsch und im Rathaus.

Anno 2019 reichten 4000 Stück nicht aus, irgendwann mussten Stempel herhalten. In diesem Jahr liegen 5000 bereit. Der Markt hat sich in der Szene einen Namen gemacht. Organisator Moll sagt, dass eine Anreise von 200 Kilometern keine Seltenheit sei.

12. Jagdbogenturnier: Die Schützen sind auch wieder am Start


Anlässlich des Stadtfeiertags in Kirchberg steht am Samstag und Sonntag wieder ein großes Jagdbogenturnier für Erwachsene, Jugendliche und Kinder auf dem Programm. Es ist die mittlerweile zwölfte Auflage. Das Startgeld liegt bei ­
15 beziehungsweise 12 Euro. Als Veranstalter des Mittelalterturniers fungiert zum zweiten Mal der Schützenverein Eckartshausen. Geschossen werden folgende Klassen: Blankbogen, Traditioneller Recurvebogen, Langbogen und Primitivbogen. An jedem Tag gibt es eine Siegerehrung. Scheibenstart ist jeweils um 10 Uhr. „Schützen ohne Anmeldung können unter Umständen nicht berücksichtigt werden“, teilt der Verein mit. Wer teilnehmen möchte, schreibt eine E-Mail an: sv.eckartshausen@gmx.de. Bei 200 Teilnehmern pro Tag ist Schluss. Der Samstag sei schon voll, berichtete Kirchbergs Hauptamtsleiterin Sabine Berg bei der Pressekonferenz zum Stadtfeiertag am vergangenen Montag im Rathaus, aber für den Sonntag könnte der Schützenverein Eckartshausen noch Anmeldungen gebrauchen.

Seit 2018 betreibt der Verein direkt beim Schützenhaus einen eigenen Bogenparcours. Zielgruppe sind Bogenschützen, die gerne in der Natur unterwegs sind. Der sogenannte Burgbergparcours umfasst 28 Stationen mit mehr als 30 Zielen, eine bewegliche Gans inklusive. Er verläuft als Rundwanderweg über offenes Gelände und durch den Wald. „Da jetzt viel über feuchte Wiesen marschiert wird, ist wasserfestes Schuhwerk zu empfehlen“, so steht es auf der Homepage. Der Burgbergparcours ist von Februar bis November von 9 Uhr bis zur Dämmerung geöffnet. Auf Anfrage bietet der Verein Anfängern Kurse im Bogenschießen an. Alle Infos zum SV unter www.sveckarts-
hausen1930ev.de
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