Die Eltern der Kindergartenkinder sind enttäuscht, nicht nur über die Schließung, sondern über die Kommunikation mit der Verwaltung. Obwohl es einen Informationsabend mit Bürgermeister Joachim Schaaf gab, hätten die Eltern die konkreten Kosten nicht genannt bekommen, berichtet die Vorsitzende des Elternbeirats Yvonne Stier. Was ihr besonders sauer aufstößt ist, dass auf ihre schriftliche Anfrage im März im Rathaus keinerlei Reaktion erfolgt sei. "Es wäre schön, wenn die Eltern früher eingebunden worden wären", sagt Yvonne Stier.

Von den Ausgaben erfuhren die rund 15 Eltern in der jüngsten Ratssitzung: Der Betrieb des Kindergartens kostete die Gemeinde 2013 rund 131.000 Euro. Heuer sollen es rund 137.000 Euro sein. Zudem liege die maximale Auslastung bei 13 Kindern, während in anderen Kindergärten in Kupferzell Plätze frei seien, berichtet die stellvertretende Kämmererin, Carolin Wackler. Bei sinkenden Besuchszahlen bedeute dies, dass der Betrieb immer teurer werde. Vom Elternbeirat habe sie keine Anfrage erhalten, sagte Wackler.

Wie die Rüblinger Kinder ab Sommer 2017 in andere Kindergärten gelangen, sei noch nicht klar, so Wackler weiter. "Die Eltern haben die freie Auswahl. Es kommt darauf an, ob die Kinder im Block in eine Einrichtung gehen werden oder auf verschiedene verteilt werden." Die Kinder könnten per Bus oder von den Eltern gefahren werden. Die Eltern der Rüblinger Kindergartenkinder bedauern, dass Aktionen wie die Gestaltung des Erntedank-Gottesdienstes, das Geburtstagsständchen-Singen für Senioren und ähnliches künftig passé sein werden.

Margret Schürrle, deren sechsjährige Tochter den Kindergarten besucht, hat für die Stilllegung kein Verständnis. Auch 2003 und 2009 sei die Schließung ein Thema gewesen, passiert sei jedoch nichts.