Serie Kinderfreizeit mitten in der Natur seit vielen Generation

Ralf Mangold 03.08.2017
Angefangen hat alles vor 53 Jahren mit der Idee des damaligen Jugendleiters Reinhold Hanselmann für die Kinder des SV Ingersheim ein Zeltlager ins Leben zu rufen.

In den ersten Jahren fand das Vereinsjugendzeltlager des SV Ingersheim bei Rechenberg, Bemberg und in Kocherstetten statt, ehe man sich vor vielen Jahren für den Zeltplatz am Ortsrand des kleinen Dörfchens Häsle in der Nähe von Ellenberg entschied. Und schon seit über fünf Jahrzehnten findet das Camp immer in der ersten Woche der Sommerferien statt.

„Der Platz am Waldrand ist optimal. Wir haben zwei Seen ganz in der Nähe, auf denen man Boot fahren und baden kann“, erklärt Werner Probst, der bereits seit 25 Jahren als Betreuer oder Lagerleiter mit dabei ist,  früher sogar schon als Kind – so wie die meisten Betreuer übrigens auch.  „Hier gibt es keinen Fernseher und kein Handy. Die Teilnehmer kommen aus ihrem Alltag heraus und können eine Woche im Freien genießen. Viele Kinder kennen das ja gar nicht mehr.“

Vor vier Jahren hat Steffen Probst die Lagerleitung von seinen Eltern Kornelia und Werner, die zudem Gesamtjugendleiter beim  SV Ingersheim sind, übernommen.  „Ich war schon als fünfjähriger Bub dabei, und nun möchte ich den Kindern eine so tolle Ferienwoche ermöglichen, wie ich sie damals auch hatte.“  Neben Gründer Reinhold Hanselmann waren zuvor auch noch die Familie Pfänder, Klaus und Silvia Probst, Jürgen Hanselmann, Norbert Gellner und Martin Tritschler sowie Michael Brendel  federführend im Camp.

Rund 40 Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren sind in diesem Jahr dabei, in den besten Zeiten waren es auch schon mal über 90 Teilnehmer. 16 Betreuer kochen das Essen, kümmern sich um die Nachtwache und natürlich um das Freizeitprogramm der Kinder. Schon zwei Tage vor Beginn des Zeltlagers hatten sich die Erwachsenen getroffen, um den vollbepackten Lkw mit Küchenmaterial, Spielzeugen und den Zelten zu entladen und alles aufzubauen. Zudem wurden  abends bei der Besprechung die einzelnen Tage schon einmal durchgetaktet.

Jedes Jahr steht das Zeltlager nämlich unter einem Motto, diesmal  heißt  es „Holidays“. „Wenn die Kinder kommen, werden sie am Anfang eingecheckt. Wie in einem richtigen Ferienhotel darf natürlich das ‚All-inclusive-Armbändchen‘ nicht fehlen“, erzählt Steffen Probst schmunzelnd. Die Gruppen werden nach Alter in ihre Zelte eingeteilt und jede Behausung inmitten der Natur bekommt von den Kindern einen eigenen Hotelnamen, unter dem sie dann später bei den verschiedenen Wettbewerben antreten.

Zudem gibt es viele Freizeitmöglichkeiten direkt vor Ort wie Tischtennis- und Fußballspielen oder Trampolinspringen – und das unter Flutlicht auch bis spät in die Nacht. „Hier am Waldrand stören wir niemanden. Die Kinder sollen sich austoben, bis sie so richtig müde werden“, erklärt Steffen Probst.  Heimweh komme ganz selten vor und selbst ein Gewitter kann die Camper nicht stoppen. „Wenn es mal ganz schlimm kommt, dann erhalten wir in der benachbarten Gastwirtschaft Unterschlupf.“ In den vielen Jahren musste das Zeltlager erst einmal wegen eines Unwetters evakuiert werden.

Skifahren bei 30 Grad

Auch jeder einzelne Tag  im Zeltlager behandelt ein spezielles Thema. Zum Auftakt war für die Kids eine Kulturreise angesagt. Da galt es beispielsweise Bilder von Sehenswürdigkeiten aus Italien zu malen. Beim „Skitag“ durften die Teilnehmer bei knapp unter 30 Grad  einen Parcours auf Skiern bewältigen und einen Schneemann aus Waldutensilien bauen. Actionurlaub gab es beim Ausflug in den  Freizeitpark Tripsdrill und am darauffolgenden Tag war Wellness angesagt. Zum Thema „Sommerurlaub“ waren die Kinder bei verschiedenen Spielen am und im Wasser gefordert. Unter dem Motto „Wanderurlaub“ gilt es heute bei einer Seerallye so schnell wie möglich die nötigen Hinweise zu finden. Und morgen ist dann noch der Elternabend mit Siegerehrung beim gemeinsamen Grillen – und da darf das Häsle-Lied selbstverständlich nicht fehlen, das an den Abenden zuvor am Lagerfeuer fleißig einstudiert wurde. Unter anderem heißt es da über die alljährliche Sommerfreizeit des Vereins, „die zweite Heimat für uns bist du“.

Vorfreude aufs nächste Jahr

„Für die einzelnen Programmpunkte haben sich alle Betreuer mächtig ins Zeug gelegt“, freut sich Probst über den tollen Zusammenhalt im Team. „Jeden Morgen heißt es um 6 Uhr aufstehen. Gekocht und gespült wird gemeinsam. Und mit dem Ab­bauen und Aufräumen sind wir dann noch mal drei Tage beschäftigt“, erzählt Probst. „Nach dem Zeltlager ist jeder zwar ganz schön fertig, aber dennoch ist die Vorfreude auf das nächste Jahr schon bei allen wieder da.“