Crailsheim Keine Phase, eine Lebensaufgabe

Crailsheim / Christine Hofmann 04.07.2018
Seit 30 Jahren ist das Magazin in Jagstheim Dreh- und Angelpunkt der Feuerwehr im Stadtteil. Am vergangenen Wochenende ist das gebührend gefeiert worden.

Es ist kein Einsatz und doch sind sämtliche Mitglieder der Feuerwehr Jagstheim in Aktion. Die Abteilung richtet ein Fest anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Feuerwehrmagazins aus – und das ganze Dorf feiert mit. Vor drei Jahrzehnten ist die Jagstheimer Wehr mit ihrem Löschfahrzeug und der Ausrüstung in den ehemaligen Farrenstall umgezogen. Mehrfach ist das Magazin im Laufe der Jahre umgebaut worden.

„Laut Feuerwehrbedarfsplan soll unser Magazin ebenfalls saniert werden“, berichtet der stellvertretende Abteilungskommandant Volker Haaf. Allerdings müssten sich die Jagstheimer Feuerwehrkameraden noch etwas gedulden. „Andere Magazine im Stadtgebiet sind in deutlich schlechterem Zustand. Die sind als Erstes dran.“ Etwas schneller soll der Fuhrpark aufgestockt werden. „Wir bekommen einen Mannschaftstransportwagen“, so Haaf.

Größtes Einsatzgebiet der Stadt

Das weitere Fahrzeug wird benötigt, weil die Jagstheimer Wehrleute flächenmäßig das größte Einsatzgebiet in Crailsheim abdecken – neben Jagstheim sind sie nachts auch für das Industriegebiet Flügelau zuständig –, und weil sie außerdem Wasserrettungen durchführen und dafür eine spezielle Ausrüstung transportieren müssen. Haaf: „Wir haben einen Überlebensanzug, damit können wir nach im Eis eingebrochenen Personen suchen.“

Zur Abteilung, die gemeinsam mit der Abteilung Onolzheim den vierten Löschzug der Crailsheimer Gesamtwehr bildet, gehören 32 aktive Feuerwehrmänner und eine Frau. „Wir haben das höchste Durchschnittsalter in der Gesamtfeuerwehr. Bei uns tritt kaum jemand aus, sondern geht direkt vom aktiven Dienst in die Altersabteilung“, berichtet der stellvertretende Abteilungskommandant. Trotzdem gebe es eine gute Altersdurchmischung vom Studenten bis zum aktiven Großvater. Haaf: „Feuerwehr, das ist nicht nur eine kurze Phase. Das ist eine Lebensaufgabe.“

Freiwillig sei übrigens nur der Eintritt in die Feuerwehr. Man verpflichte sich, 25 Jahre Dienst zu leisten. Bei der guten Kameradschaft quer durch alle Altersgruppen sei dies aber kein Problem, betont Haaf. „Es gibt in manchen Vereinen sicherlich auch gute Kameradschaft. Doch hier ist das mehr: Jeder kann sich auf jeden verlassen – und muss es auch. Im Einsatz hängt davon unser Leben ab.“

Welch hohen Stellenwert die Feuerwehr in Jagstheim besitzt, das zeigt sich bei den Festen, die sie ausrichtet – so wie am vergangenen Wochenende. „Die Hocketse der Feuerwehr wird immer gut angenommen“, sagt Ortsvorsteher Horst Philipp. „Da gibt es immer einen Haufen Besucher. Durch das Magazinjubiläum wird diesmal natürlich größer gefeiert.“ Neben der neuen Drehleiter, von der aus es einen Blick aus luftiger Höhe auf das Magazin und den Festbetrieb gab, stellten sich im Erlebnispark Ehrenamt das Technische Hilfswerk (THW), das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit Einsatzfahrzeugen und Ausrüstung vor. Für die kleinen Festbesucher gab es noch einen weiteren Höhepunkt: eine Fahrt im Feuerwehrauto.

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