Fortbildung Keine Angst vor der Steuererklärung

Julia Vogelmann 22.02.2018

Um es vorwegzunehmen, im Kurs mit Michael Vogt gibt es weder steuerliche Beratung, noch verrät der Finanzbeamte Steuertricks. Auch die eigene Steuererklärung soll nicht erstellt werden. Gezeigt wird dagegen, wie mit der Elster-Software einfach und von zu Hause aus die Einkommenssteuererklärung gemacht werden kann.

Angefangen hat Michael Vogt vor rund zehn Jahren mit den Kursen, als er feststellte, dass viele Leute, vor allem junge Arbeitnehmer ihr Geld beim Staat liegen lassen, weil sie keine Einkommenssteuererklärung abgeben. „Es gibt mittlerweile einfache Software und Tools, um sich das Geld abzuholen“, betont er und rechnet vor, dass bei nur 20 Minuten Zeitaufwand eine Rückzahlung von 30 bis 60 Euro möglich sein kann. „Kein schlechter Stundenlohn, wenn man das ausrechnet und gerade für junge Menschen eine Möglichkeit, sich das zu holen“, so der Steuerexperte.

„Im nächsten Jahr ein Klacks“

Mit einfacher Software meint er vor allem Elster, die Software, die von der Finanzverwaltung von Bund und Ländern genutzt wird und durch Vernetzung die Möglichkeit bietet, die Steuererklärung direkt an die Mitarbeiter im Finanzamt zu schicken. „Es gibt rund 300 verschiedene Programme für die Einkommenssteuererklärung. Sie alle haben ebenfalls eine Elster-Schnittstelle“, erklärt er. Deshalb erklärt er in den Kursen genau dieses Programm. Ein weiterer Punkt ist, dass die Grundsoftware Elster-Formular, die man braucht, kostenlos ist.

„Steuer ist für die meisten jedes Jahr aufs Neue ein übles Thema“, weiß der Finanzbeamte aus langjähriger Erfahrung. Was er jedoch ebenfalls weiß, ist, dass es sich lohnt, sich einmal richtig mit der Thematik zu beschäftigen. „Wer die Daten einmal richtig anlegt, für den ist es im nächsten Jahr ein Klacks“, verspricht er. Um den Teilnehmern das zu ermöglichen, geht er im Kurs ein Muster mit den Teilnehmern durch, in das er typische Fehler und Missverständnisse eingebaut hat, um zu zeigen, wie man diese korrigieren oder lösen kann. „Ich habe diese Fehler eingebaut, um die Angst zu nehmen. Das ist das Schöne an den VHS-Kursen, wir haben Zeit, das Schritt für Schritt zu machen“, so Vogt. Dazu gehört auch das Erklären aller wichtigen Begriffe rund um Arbeitnehmereinkünfte, Einkünfte aus Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung, Werbungskosten und einiges mehr. „Es lebt davon, dass man versteht, was man macht“, fasst er diesen Teil des Kurses zusammen.

Der Finanzbeamte gibt ähnliche Kurse auch bei Firmen in Crailsheim und Umgebung, zum Beispiel am dritten März für die Firma Bosch, wo vor allem Auszubildende oder junge Arbeitnehmer vor ihm sitzen. An der VHS sind es erfahrungsgemäß ältere Teilnehmer, zum Teil auch Rentner, die sich darauf vorbereiten, dass auch das Renteneinkommen irgendwann komplett versteuert werden muss. Was ihn freut, ist, dass alle mit Vorkenntnissen am PC kommen und teilweise auch schon Erfahrung, wenn auch schlechte, mit dem Elster-Programm haben. Ihnen kann er auf die Sprünge helfen und das bereits vorhandene Wissen erweitern. „Die Probleme ähneln sich bei allen. Das kann man bündeln und lösen“, weiß er aus Erfahrung. Dennoch bleibt er gerne mit den Teilnehmern in Kontakt, gerade wenn sich schwierige Fragen stellen, die der Experte nicht ad hoc im Kurs lösen kann.

Zusatztermin am 17. März geplant

Zur Vertiefung und als Gedächtnisstütze für zu Hause gibt es neben der aktuellen CD mit dem Programm auch ein Handout zum Vortrag. Der Kurs am 10. März ist bereits gut voll. Ein Zusatztermin ist für den 17. März angedacht. Infos und Anmeldung bei der VHS unter 0 79 51 ­/­ 4 03 38 00 oder vhs@crailsheim.de

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