Schillingsfürst Karl Beck geißelt Interfranken-Gegner

Rechtfertigte sich gegen heftige Anfeindungen: Interfranken-Verbandsvorsitzender Karl Beck. Foto: Heinz Meyer
Rechtfertigte sich gegen heftige Anfeindungen: Interfranken-Verbandsvorsitzender Karl Beck. Foto: Heinz Meyer
HEINZ MEYER 15.05.2012
In ungewöhnlicher Schärfe hat dieser Tage der Verbandsvorsitzende der kommunalen Allianz Interfranken, Karl Beck, die Gegner des künftigen Gewerbeparks am Kreuz der Autobahnen A 6 und A 7 attackiert.

Der "eigentliche Skandal", so der Wörnitzer Bürgermeister Beck, sei die Tatsache, dass Protokolle und Gutachten aus nichtöffentlichen Sitzungen Nichtbeteiligten zugespielt worden seien. Aus Gründen der Rechtssicherheit sei es aber unabdingbar, auf derlei Aktionen zu verzichten.

Beck verwahrte sich gegen Presseerklärungen mit "beleidigendem Inhalt". Es sei "beschämend und verletzend", was die Interfranken-Gegner über die Logistik-Branche geäußert haben. Man werde ihn aber mit solchen Äußerungen nicht zum Aufgeben bringen, weil er sich den Mehrheiten im Zweckverband und in den beteiligten Kommunen (mit Ausnahme eines Patts in Schnelldorf) verpflichtet fühle.

Die Mehrheitsbeschlüsse habe er als Vorsitzender zu vollziehen, so Beck. Daran würden auch die persönlichen Anfeindungen nichts ändern. Im Übrigen seien die Verfasser noch auf keiner Verbandsversammlung gesichtet worden. Sie seien zudem "nicht gewillt", sich einer sachlichen Auseinandersetzung zu stellen. Nach mehr als 35 Jahren hätten er und die Kommune Wörnitz die Mitgliedschaften beim Bund-Naturschutz wegen des Vorgehens dieser Gruppierung in Sachen Interfranken gekündigt.

"Es wurden auch Fehler gemacht", gab Beck zu. Doch wegen der verhärteten Fronten müssten jetzt die Gerichte in München und Ansbach über die Rechtmäßigkeit des Vorgehens entscheiden. 2014 stünden Kommunalwahlen an. Dann könne auch der Wähler über die Zukunft von Interfranken mitentscheiden. Aktuell bemängelte er, dass das laufende Klageverfahren erste Ansiedlungen im Gewerbepark in einer "wirtschaftlichen positiven Gesamtsituation" behindere.

Diese Handlungsunfähigkeit tue "sehr weh", so Beck, weil auch vor der Tür stehende Investoren abwarten würden. 15 Unternehmen hätten ihr Interesse an einer Niederlassung kundgetan, von denen vier bis fünf schon investiert hätten, wenn eine schnelle Umsetzung gewährleistet gewesen wäre.

Insgesamt gehe man derzeit von Gesamtkosten von rund 23,2 Millionen Euro aus - davon 7,7 Millionen für den Grunderwerb, 3,5 Millionen für den Bahnanschluss, 2,6 Millionen für den Lärmschutz, 1,4 Millionen für Ausgleichsmaßnahmen und weitere 700 000 Euro als Planungskosten. Aktuell habe der Zweckverband bislang 3,4 Millionen Euro ausgegeben und habe Schulden von 703 000 Euro. Dem stünden aber 30 Hektar Gewerbefläche mit ihrem Wert gegenüber.

Bis Ende 2011 hätten die beteiligten Kommunen als Umlage 2,537 Millionen Euro an den Zweckverband abgeführt. Insgesamt sehe er das Gewerbegebiet Interfranken als "Chance für kommende Generationen", sagte Karl Beck.