Gerabronn / Oliver Färber Rund 100 Teilnehmer begleiten den ökumenischen Kreuzweg der Jugend in Gerabronn, zu dem das evangelische Jugendwerk Blaufelden und die Seelsorgeeinheit Hohenloher Ebene einladen.

Hammerschläge ertönen vor dem Altar in der Ruhe der evangelischen Kirche Peter und Paul am Freitag. Zwei Pfadfinder legen letzte Hand an das große Holzkreuz an, das den Abend und die rund 100-köpfige Gruppe begleiten wird. Die Einladung zum ökumenischen Kreuzweg der Jugend der Seelsorgeeinheit Hohenloher Ebene und des evangelischen Jugendwerks Blaufelden kommt gut an. Die Glocken vom Kirchturm verkünden kurz darauf, dass die besondere Veranstaltung beginnt. Letzte Besucher füllen die Bänke im Gotteshaus.

Eine Musikgruppe und Pfarrer Axel Seidel begrüßen die Teilnehmer. „Ans Licht“ lautet das Motto des diesjährigen Kreuzwegs. Abstufungen von Dunkelheit kennzeichnen die Bilder, die dazu an eine Leinwand geworfen werden. Auf den Fotografie-­Malereien des Künstlers Ben Willikens sind Räume dargestellt. Diese Räume der Kreuzwegbilder stellen Orte dar, an denen die Gläubigen mit ihrem Leben Jesus auf seinem Kreuzweg begegnen sollen und an denen er mit ihnen unterwegs ist.

Ökumene Ökumenischer Kreuzweg der Jugend

Drei Stationen des Kreuzwegs in der Kirche

„Hey, du!“, mit diesen zwei Worten eröffnet der Geistliche den Abend. Genauso offen wie diese Anrede solle diesmal der Kreuzweg gestaltet werden. Die Frage, ob Jesus gemeint ist oder der Teilnehmer, bleibe offen. „Offen ist auch, was ihr daraus macht“, meint Seidel.

In Kurzform trägt er die Stationen des Kreuzwegs vor, wie sie in der Bibel erwähnt werden – von der Verurteilung durch Richter Pilatus, vom schweren Weg mit dem Kreuz auf dem Rücken zum Berg Golgata, vom Tod am Kreuz bis zur Auferstehung. Drei Stationen des Kreuzwegs begegnen die Teilnehmer in der Kirche. Sie singen unter Begleitung der Musiker, junge Leute sprechen in Gruppen zum Thema Verurteilung, zur Begegnung mit der Mutter und zur Hilfe für den Nächsten.

„Ans Licht“ ist die Performance überschrieben, die ein Kölner Komponist am Palmsonntag in die St.-Luzen-Kirche bringt.

Dann geht’s nach draußen. Das Holzkreuz tragen junge Leute voraus. Die Gruppe geht weiter zur nächsten Station auf den Gerabronner Friedhof. In der Aussegnungshalle wird das Kreuz nochmals abgelegt. Die Teilnehmer machen eine kurze Rast zum Nachdenken.

Wieder bricht die Gruppe auf. Ein paar junge Leute tragen abermals das Kreuz. Der Weg ist diesmal ein Stück länger, führt hinauf zur katholischen Kirche. „Du wirst ans Kreuz genagelt“ steht an der Leinwand zu einem weiteren Bild des Künstlers. Die jungen Leute denken an den Tod, an Momente, nach denen nichts mehr ist wie je zuvor.

Es geht darum, wie Jesus vom Kreuz genommen und in ein Höhlengrab gelegt wird. Pfarrer Seidel spricht den Epilog mit dem Titel „Du lebst“. Der Geistliche lädt die Teilnehmer ein, Lichtpunkte zu setzen. Sie zünden Kerzen an, stellen sie auf das Kreuz, das wieder im Altarraum liegt. Seidel sagt, dass der Weg der Gläubigen ins Licht führe – und das über den Tod hinaus. Er gibt den jungen Leuten den Auftrag, das Licht in die Welt hinauszutragen. Nach dem Segen sitzen alle noch gemütlich beisammen.

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