Diät Jürgen van Bürck nimmt mit Fitnessprogramm und Ernährungsumstellung 20 Kilogramm ab

JOACHIM MAYERSHOFER 05.03.2014
Jürgen van Bürck aus Crailsheim hat durch Sport und eine Ernährungsumstellung 20 Kilogramm Gewicht verloren. Wie der 44-Jährige das gemacht hat, verrät er heute zu Beginn der Fastenzeit.

Jürgen van Bürck ist eine rheinische Frohnatur. Geboren in Köln, haben die närrischen Tage für ihn eine besondere Bedeutung. Weil der Inhaber des Rewe-Markts in Dinkelsbühl beruflich stark eingespannt ist, konnte er dieses Jahr nicht in seine Heimatstadt fahren und musste sich in der Ferne mit Karnevalsmusik aus dem Internet-Radio trösten. "Das tut schon weh", erklärt der 44-Jährige. Kein Halver Hahn (Roggenbrötchen mit Butter und dicken Käsescheiben), kein Mettbrötchen, keine Ähzezupp (Erbsensuppe), keine Kamelle (Bonbons), keine Muuze (Gebäck) - viele kalorienreiche Leckereien, auf die er notgedrungen verzichten musste. Letzteres sieht er aber wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Van Bürck hat nämlich vor gut zwei Jahren seine Ernährung umgestellt, Sport in seinen Alltag integriert und damit 20 Kilogramm abgenommen. Bei einer Körpergröße von 1,86 Metern bringt der zweifache Familienvater derzeit 130 Kilo auf die Waage. "Früher habe ich 70 gewogen, also ganz normal, habe Fußball gespielt, Karate gemacht, war im Tanzsport aktiv", verrät der Marktleiter. Dann sei die Bundeswehrzeit gekommen, in der er massiv zugenommen habe - rund 20 Kilo mehr am Ende des Wehrdiensts. Bis zu vier Liter Cola am Tag, Chips zum Fernsehabend, ein McDonalds in direkter Nachbarschaft zum Arbeitsplatz - schnell stieg das Gewicht weiter an.

Als die Waage im Frühjahr 2012 mehr als 150 Kilo anzeigte, habe er "einen Schock" bekommen, sagt van Bürck. Und er fasste den Entschluss, dass er rasch etwas ändern muss. Im HOHENLOHER TAGBLATT las er schließlich von einem Abnehmkurs im Fitnessstudio Movin, der nur zehn Wochen dauert. "Meine Frau geht dahin, meine Tochter tanzt da, deswegen habe ich mich entschieden mitzumachen", erklärt der 44-Jährige. Zwei- bis dreimal pro Woche schwitzte er nun beim Sport, aß viel Gemüse, ernährte sich eiweißreich - beispielsweise Eier, Fisch und Hühnerfleisch - und kohlenhydratarm - zum Beispiel kein Brot, keine Nudeln, keinen Reis, keine Kartoffeln, kein Obst und keine Milchprodukte (wegen des Frucht- und Milchzuckers). Zuerst war das eine große Umstellung. "Meine Frau ist Italienerin, deswegen gab es früher abends oft Pizza und Nudeln - mit viel Käse", sagt van Bürck, der herzhaftes Essen süßem vorzieht.

Statt Cola stand eigentlich auch Wasser auf dem Speiseplan. "Das Trinken war für mich eigentlich das größte Problem. Wasser ist einfach nicht meine Welt", sagt der Mann, der zuvor noch nie eine Diät gemacht hatte. So stellte er seine Trinkgewohnheit von normalen zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken auf die "Zero"-Varianten mit Süßstoff um. Nur wenn er essen gehe, gönne er sich ab und zu noch eine normale Cola, gesteht er und ergänzt, dass er ja ein Laster haben müsse, da er gar keinen Alkohol trinke.

Tennis statt Kohlenhydrate

Jürgen van Bürck hat das zehnwöchige Abnehmprogramm streng mitgemacht, danach aber nicht mehr im Studio trainiert. Ein paar Pfunde seien deshalb wieder drauf gekommen. Aufgrund der Selbstständigkeit sei das Training für ihn zeitlich in den zehn Wochen schon schwer zu stemmen gewesen. Er beachte die strengen Vorgaben jetzt auch nicht mehr ganz so intensiv. Steak in Verbindung mit Salat nach der Arbeit gibt es aber noch häufig, am Abend verzichte er weiter so gut es geht auf Kohlenhydrate. Stattdessen hat van Bürck angefangen, in Crailsheim Tennis zu spielen.

Und: Er hat seine Mitarbeiter dazu animiert, ebenfalls auf ihre Gesundheit zu achten. Zwölf von 18 Teammitgliedern nehmen an der bundesweiten Rewe-Aktion "Verbessern Sie in 60 Tagen Ihre Fitness" teil. Die restlichen sechs seien eh schon sportlich genug. Für Jürgen van Bürck ein weiterer Schritt zu seinem Wunschgewicht: In zwei bis drei Jahren will er unter die 100-Kilo-Marke kommen.