Ellwangen Jeden Wunsch spüren

Ellwangen / JÖRG HERTRICH 28.09.2012
Elisabeth Heine und Erika Megerle sind Gründungsmitglieder des Ellwanger Hospizdienstes. Seit 15 Jahren begleiten die ehrenamtlichen Helferinnen schwer kranke Menschen in ihren letzten Lebensstunden.

Der persönliche Kontakt und der gedankliche Austausch hilft den beiden langjährigen Freundinnen in ihrer Verbundenheit, neue Wege, Kraft und Ausdauer für ihre tägliche Arbeit zu finden. "Wir möchten bei unseren Begegnungen am Krankenbett gerne spüren, was der Sterbende von uns haben möchte", erzählt Elisabeth Heine. "Viele Menschen möchten nur leise mit uns reden, andere möchten weinen, wieder andere noch sehr viel erzählen", sagt sie.

Zu vielen Tages- und Nachtzeiten werden die beiden ehrenamtlichen Seelsorgerinnen über die Einsatzleitung in die Gemeinden gerufen. "Jeder Sterbende bleibt in meiner Erinnerung", sagt Erika Megerle. "Es gibt keine routinierte Hospizbegegnung mit kranken Menschen. Aber das Schicksal von schwerstkranken Kindern und Jugendlichen, die ich oft sehe, berührt mich doch sehr", erklärt sie.

Eine weitere wichtige Aufgabe nach dem Tod eines schwer kranken Menschens sehen die beiden Hospizhelferinnen in der Betreuung und fachlichen Beratung der Hinterbliebenen. "Viele Familienmitglieder und Verwandte stehen nach dem Heimgang eines geliebten Menschens in ihrer Trauer der neuen Situation völlig hilflos gegenüber", erzählt Elisabeth Heine. Diesen Angehörigen Mut zuzusprechen und sie gemeinsam auf dem letzten Weg des Verstorbenen zu begleiten, gehört zu den fast täglichen Aufgaben der Freundinnen.

Kraft und Mut für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten gibt den engagierten Sterbebegleiterinnen der gemeinsame Glaube "an einen lebendigen Gott. Auch wenn es für viele Menschen eine Erlösung ist, sterben zu können, so lebt doch seine Seele in uns Hinterbliebenen weiter", sagt Erika Megerle.

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