Künzelsau/Pune IT aus Indien für Asien: Würth-Konzern weiht eine neue Gesellschaft ein

John Fisher, Geschäftsführer der Würth ITensis AG Schweiz (links) und Bernd Herrmann, Mitglied der Konzernführung der Würth-Gruppe (rechts) weihen gemeinsam die neue Gesellschaft in Indien ein.
John Fisher, Geschäftsführer der Würth ITensis AG Schweiz (links) und Bernd Herrmann, Mitglied der Konzernführung der Würth-Gruppe (rechts) weihen gemeinsam die neue Gesellschaft in Indien ein. © Foto: Würth
Künzelsau/Pune / JÜRGEN STEGMAIER 22.08.2015
Würth plant, über seine neugegründete IT-Gesellschaft in Indien sämtliche Konzernsysteme in Asien zu versorgen. Das neue Unternehmen wurde dieser Tage eingeweiht. Es beschäftigt zunächst 18 Mitarbeiter.

Viele europäische Unternehmen verlagern Teile ihrer Informationstechnologie (IT) nach Indien. Dies geschieht teilweise aus Kostengründen, teilweise auch, weil die dortige IT-Branche einen Boom erlebt. Bei indischen Hochschülern steht die IT hoch im Kurs.

Außer dem neuen in Indien gehören sechs weitere IT-Unternehmen zum Würth-Konzern: Würth IT GmbH, Bad Mergentheim; Würth IT GmbH, Niederlassung Schorndorf; Würth IT GmbH, Vertriebsbüro Konstanz; Würth IT GmbH, Künzelsau; Würth IT GmbH, Niedernhall-Waldzimmern sowie Comgroup GmbH Information Technology Co., LTD, Shanghai. In diesen Gesellschaften sind rund 600 Mitarbeiter beschäftigt. Nach Angaben des Unternehmens arbeiten darüber hinaus 780 weitere IT-Spezialisten in den einzelnen Handels- und Produktionsunternehmen für Würth.

In Indien hat der Konzern damit insgesamt sechs Gesellschaften. In einer Presseerklärung wird Bernd Hermann, Mitglied der Würth-Konzernführung mit den Worten zitiert: "Für uns ist diese Neugründung in einer der stärksten Wachstumsregionen der Welt sehr wichtig. Wir wollen damit aus Sicht der IT die notwendige Infrastruktur für unsere Unternehmen aufbauen. Schon in der Einarbeitungszeit der Mitarbeiter haben wir gesehen, dass wir dort eine hohe IT-Kompetenz haben. Dies macht uns zuversichtlich, unsere IT-Gesellschaft in Pune schnell weiter ausbauen zu können."

Viele Unternehmen tun sich in Deutschland schwer, genug IT-Fachkräfte zu finden. Würth stellt seit 2012 IT-ler aus dem Ausland ein. Diese kommen hauptsächlich aus Spanien, Griechenland und Russland. Ein Grund für den Engpass ist die Konkurrenz mit anderen Weltmarktführern in der Region.

Würth betont, dass es nicht am niedrigeren Gehaltsniveau in Indien liegt, dass dort die neue Gesellschaft gegründet wurde. "Ein entscheidender Faktor bei der Wahl des Standortes ist die geografische Nähe zu den asiatischen Gesellschaften der Würth-Gruppe. Das Team kann die Gesellschaft direkt vor Ort unterstützen und gerade bei akuten Hardware-Problemen sofort helfen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kundenakquise im starken asiatischen Markt", so eine Konzernsprecherin.

Indien - Deutschland

Gehalt IT-Fachleute in Indien verdienen wesentlich weniger als deutsche. Berufsanfänger: Indien 2 Euro, Deutschland 20 Euro. Berufserfahrung bis neun Jahre: Indien 8,40, Deutschland 26,50 Euro. Berufserfahrung über neun Jahre: Indien 8,40 Euro, Deutschland 32 Euro. IT-Unternehmen, die ganz in ausländischer Hand sind, zahlen in der Regel höhere Gehälter als ihre indischen Mitbewerber. (Umgerechnet jeweils auf eine Stunde; Quelle Business Culture Indien; Computerwoche)

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