Crailsheim Investitionsvolumen soll drastisch reduziert werden

Dieses Foto zeigt, wie die Gleisanlagen des Bahnhofes Crailsheim in eine Ost- und eine Weststadt teilen. Die Verlängerung der Bahnunterführung bis zum Alten Postweg würde für eine bessere Verbindung der beiden Stadtteile sorgen. Die Stadtverwaltung schlägt vor, die Maßnahme vorzuziehen.
Dieses Foto zeigt, wie die Gleisanlagen des Bahnhofes Crailsheim in eine Ost- und eine Weststadt teilen. Die Verlängerung der Bahnunterführung bis zum Alten Postweg würde für eine bessere Verbindung der beiden Stadtteile sorgen. Die Stadtverwaltung schlägt vor, die Maßnahme vorzuziehen. © Foto: Ortner-Media
Crailsheim / Andreas Harthan 02.08.2018
Die Begehrlichkeiten in Crailsheim sind groß. Trotzdem will die Stadt­verwaltung die Projektliste massiv kürzen. Es geht um viele Millionen.

Eine Stadt, die wächst, braucht viel Geld für Infrastrukturmaßnahmen. Es ist also nicht nur der Wunschzettel des Gemeinderates, der, würde er umgesetzt, Ausgaben in Höhe von vielen Millionen Euro bedeuten würde. Und auch wenn die Ressortleiter aus dem Rathaus „erneut sehr hohe Investitionsvolumina“ für den Doppelhaushalt 2019/20 angemeldet haben, wie in einer Sitzungsvorlage für die Stadträte nachzulesen ist, will die städtische Führungsebene noch lange keine goldenen Wasserhähne bestellen, sondern nur das städtische Vermögen (also auch Straßen und Gebäude) erhalten.

Bescheidene Ertragskraft

Allein für die Substanzerhaltung sind jährlich rund sechs Millionen Euro erforderlich. Doch die Ertragskraft des städtischen Haushalts erlaubt nur jährliche Investitionen in Höhe von elf Millionen Euro (ohne Neuverschuldung). Letztendlich bleiben also nur etwa fünf Millionen Euro zur freien Verwendung.

Alles, was die Grenze von elf Millionen Euro übersteigt, muss über Zuschüsse oder Schulden finanziert werden. Es ist deshalb nur logisch, wenn die Verwaltung ankündigt, in der Sommerpause die Investitionsvolumina drastisch zu reduzieren – auch durch Verschiebung oder gar Streichung von Vorhaben. Konkret heißt das, dass die Projektkataloge für 2019 in Höhe von 37,5 Millionen Euro und für 2020 in Höhe von 32 Millionen Euro auf jeweils 20 bis 25 Millionen Euro reduziert werden. Mehr, das zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre, kann die Verwaltung ohnehin nicht umsetzen. Wenn dieses Ziel verwaltungsintern erreicht ist, wartet die nächste Hürde: der Gemeinderat. Er muss im Herbst die mittelfristige Finanzplanung (bis 2023) beschließen und die von der Verwaltung vorgenommenen Kürzungen absegnen. Zur Diskussion steht auch die von der Verwaltung überarbeitete Prioritätenliste, die in Teilen erhebliche Veränderungen vorsieht. Betroffen sind auch Stadthalle und Leonhard-Sachs-Schule.

Gerade auch diese beiden Maßnahmen hängen ganz maßgeblich von Zuschüssen ab. Doch oft können Förderprogramme gar nicht alle Anmeldungen bedienen oder reicht der für die einzelnen Maßnahmen genehmigte Förderrahmen letztendlich nicht aus. Dann muss erst einmal nachverhandelt werden.

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