Crailsheim Interview: Aus der Abteilung 19 werden Zauberer

Manager Martin Romig ist seit Gründung der Merlins dabei.
Manager Martin Romig ist seit Gründung der Merlins dabei. © Foto: Ufuk Arslan
Crailsheim / HT 05.05.2015
Bei „Wir lesen intensiv“ hat die Klasse 8Rb der Schule Schrozberg den Manager der Crailsheim Merlins getroffen. Und die 9b des Lise-Meitner-Gymnasiums Crailsheim blickt auf den E-Sport.
Martin Romig (47), Teammanager der Crailsheim Merlins, berichtet der Klasse 8Rb der Schule Schrozberg über den Werdegang der am 31. Januar 1986 entstandenen Basketball-Mannschaft.
 
Wie kamen Sie auf die Idee, Basketball zu spielen?

MARTIN ROMIG: Damals war Basketball noch relativ neu in Deutschland. Unser Sportlehrer hat es im Unterricht durchgenommen, dort kamen wir auch das erste Mal mit dieser Sportart in Berührung. Wir waren ungefähr 12 bis 14 Jungen im etwa gleichen Alter, aus denen dann auch die erste Mannschaft der Merlins entstand.

Wie kamen Sie auf den Namen Merlins?

ROMIG: Wir sind die 19. Abteilung des TSV Crailsheim. Basketball war damals sehr neu in Deutschland, was es uns erschwerte, uns im Verein zu positionieren oder überhaupt wahrgenommen zu werden. Der Vereinsvorstand hat uns immer mit den Volleyballern verwechselt, was uns sehr gestört hat. Wir wollten nicht weiter die Abteilung 19 sein, sondern einen Namen schaffen, mit dem man in Crailsheim Basketball verbindet. Merlins fanden wir sehr passend.

Nach welchen Kriterien werden die Spieler der Bundesligamannschaft ausgesucht?

ROMIG: Es ist abhängig davon, was der Trainer nach seinem Anforderungsprofil sucht. Man hat eine gewisse Spielidee, an die man versucht, möglichst nah ranzukommen. Jeder hat andere Qualitäten, aber letztlich kommt es auf eine Mischung von verschiedenen Faktoren wie Schnelligkeit, Überblick, Ballhandling, Treffsicherheit, Sprungkraft und anderen an. Und natürlich müssen wir auch schauen, welcher Spieler am besten zu den Möglichkeiten passt, die wir anbieten, wir sind ja keine NBA-Mannschaft.

Welche Spieler werden nach dem Abstieg nicht mehr bei den Crailsheim Merlins spielen?

ROMIG: Das kann ich selber noch nicht sagen. Darüber werden wir in den nächsten Wochen sprechen. Es liegt hier auch nicht allein an uns, sondern auch daran, welche Möglichkeiten die Spieler bei uns sehen. Wir möchten natürlich die Spieler behalten, die eine gute Leistung gebracht haben und die gut ins System passen, aber es ist ein freier Arbeitsmarkt. Und wenn die Verträge auslaufen, werden die Karten neu gemischt.

Wer ist der teuerste Spieler der Crailsheim Merlins?

ROMIG: Es sind mehrere Spieler auf einer Ebene, für die wir etwas mehr Geld einsetzen. Das sind beispielsweise Garrett Sim, Chris Otule, Andriy Agafonov und Sean Mosley.

Erhalten die Spieler eine Siegprämie?

ROMIG: Die Spieler erhalten bei uns ein normales Gehalt und dann gibt es eine Siegprämie, die individuell ausgehandelt wird. Aus vertraglichen Gründen kann ich diese Zahlen jedoch nicht nennen.

Wie häufig trainiert die Mannschaft in der Woche?

ROMIG: Die Mannschaft trainiert zweimal am Tag. Zusätzlich machen sie auch noch Kraft- und Ausdauertraining.

Welcher Spieler macht die meisten Punkte?

ROMIG: Sean Mosley war unser Topscorer mit 14 Punkten im Schnitt und direkt dahinter kam Garrett Sim mit etwa 13 Punkten. Das waren unsere stabilsten Korbjäger. Aber das ist nur ein Aspekt des Spiels.

Was waren die Stärken und Schwächen der Mannschaft und der Spieler?

ROMIG: Unsere Schwäche war es, dass wir in der Verteidigung zu schwach waren. Das heißt, wir mussten in der Offensive immer eine geschlossene Mannschaftsleistung bringen, um mithalten zu können. Als Neuling war die Luft für uns sehr dünn. Dementsprechend müssen wir uns weiterentwickeln.

In welcher Liga spielt der Nachwuchs der Crailsheim Merlins?

ROMIG: Das ist abhängig von der Qualität der Jahrgänge. Wir haben eine sehr gute U 14 sowie den besten Spieler Baden-Württembergs, der wahrscheinlich 2,05 Meter groß werden wird: Stefan Vasovic. Mit Moritz Heck haben wir einen sehr guten Aufbauspieler, der sogar ein Jahr jünger ist und in der älteren Jahrgangsgruppe spielt. Und dann haben wir noch einen, der vermutlich 2,13 Meter groß wird.

Wie viele Spieler kommen aus der eigenen Jugend?

ROMIG: In der ersten Liga kommen momentan drei Spieler von unserem Kooperationspartner TG München Nord, der in der Jugend-Bundesliga spielt. Sie scheiterten in den Play-offs um die deutsche Meisterschaft. Da spielten auch ein paar Spieler aus Crailsheim in der Jugend-Bundesliga mit. Luka Banozic, Julian Gais und Chris Ludwig. Das sind momentan die drei Nachwuchsspieler, die wir versuchen zu fördern.
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