Insolvenz Insolvenzverfahren über Velisco eröffnet - Gut Stetten weiter vor dem Aus

Bild aus besseren Zeiten: Es zeigt eine Führung der BDS-Mitglieder aus Rot am See durch die Brettenfelder Geflügelschlachterei im Jahr 2007. Archivfoto: Ralf Stegmayer
Bild aus besseren Zeiten: Es zeigt eine Führung der BDS-Mitglieder aus Rot am See durch die Brettenfelder Geflügelschlachterei im Jahr 2007. Archivfoto: Ralf Stegmayer
Brettenfeld / ANNA BERGER 25.04.2014
Der Verwaltungsdienstleister Velisco ist seit dem heutigen Freitag zahlungsunfähig. Ein Großteil der Belegschaft wird entlassen. Der Brettenfelder Putenschlachterei Gut Stetten droht weiterhin die Schließung.

Nach Gut Stetten ist nun auch der Verwaltungsdienstleister der Brettenfelder Geflügelschlachterei illiquid. Heute wird das Crailsheimer Amtsgericht aller Voraussicht nach das Insolvenzverfahren über Velisco eröffnen. Etwa 20 Mitarbeiter des Unternehmens werden damit in die Arbeitslosigkeit entlassen. Lediglich drei bis fünf Mitarbeiter werden weiterbeschäftigt. Das gab Insolvenzverwalter Dr. Helmut Eisner bei der Belegschaftsversammlung von Velisco und Gut Stetten am Mittwoch bekannt.

Das Schicksal der Putenschlachterei Gut Stetten ist weiterhin ungewiss. Über den Betrieb wurde bereits am 1. April das Insolvenzverfahren eröffnet. 54 Mitarbeiter wurden entlassen. Bis Ende des Monats sind die Löhne für die verbleibenden 139 Gut-Stetten-Mitarbeiter gesichert. Nach Angaben der Geschäftsführung ist der Betrieb wegen des starken Preiskampfs im Geflügelsektor sowie einer zu geringen Auslastung in Schieflage geraten. "Wir hoffen, dass noch finanzielle Mittel gefunden werden, um den Betrieb fortzuführen", betont Eisner. Der Anwalt führt weiter Gespräche mit möglichen Geldgebern.

Langes Bangen ist nervaufreibend

"Es kann sehr kurzfristig zur Schließung kommen", sagt der Betriebsratsvorsitzende von Gut Stetten Karl-Heinz Schmid. Er hofft, dass die Zitterpartie bald ein Ende hat: "Die Belegschaft hält Gut Stetten die Stange", betont er. Aber das lange Bangen sei sehr nervenaufreibend. Ob die Putenschlachterei geschlossen wird, wird maßgeblich von einem beeinflusst: "Heidemark hats in der Hand", sagt Schmid.

Die Firma zählt zu den größten deutschen Produzenten und Vermarktern von Geflügelprodukten - und sie ist Großgesellschafterin bei der WU Beteiligungsgesellschaft, unter deren Dach Gut Stetten und Velisco rechtlich angesiedelt sind. Die Mäster, die ihr Geflügel nach Brettenfeld zum Schlachten bringen, verkaufen ihre Tiere an die Heidemark-Gruppe.

"Ich war immer der Meinung, dass es irgendwie weitergeht", sagt der Mäster Marcus Könninger aus Oberwinden. Seit 30 Jahren wird Geflügel vom Hof der Familie Könninger zum Schlachten nur wenige Kilometer weit nach Brettenfeld gebracht. Sollte die Schlachterei tatsächlich geschlossen werden, könnte der Transportweg deutlich länger werden. Die Heidemark-Gruppe hat ihren Sitz im niedersächsischen Ahlhorn. Dorthin könnte Könningers Geflügel womöglich bald gebracht werden, denn auch er hat einen Vertrag mit Heidemark und nicht mit Gut Stetten selbst. Fest steht: "Die Tiere kommen auf jeden Fall zum Schlachten fort." Ideal findet er das aber nicht: "Es ist natürlich besser, wenn der Schlachthof vor der eigenen Haustüre ist."

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