Wahl IHK-Wahl: 50.000 Kammermitglieder entscheiden über ihr "neues Parlament"

Elke Schweig. Die Hauptgeschäftsführerin wirbt mit Nachdruck für eine Teilnahme an der Wahl. Ihr Credo: Die Vollversammlung ist das wichtigste Selbstverwaltungsgremium der regionalen Wirtschaft. Foto: IHK
Elke Schweig. Die Hauptgeschäftsführerin wirbt mit Nachdruck für eine Teilnahme an der Wahl. Ihr Credo: Die Vollversammlung ist das wichtigste Selbstverwaltungsgremium der regionalen Wirtschaft. Foto: IHK
Crailsheim / HERIBERT LOHR 27.09.2012
Die IHK-Mitglieder wählen am Montag, 1. Oktober, ihre neue Vollversammlung. Hauptgeschäftsführerin Elke Schweig im Gespräch über mögliche Wahlbeteiligung, Überzeu- gungsarbeit und Perspektiven.

Frau Schweig, auch wenn es sicherlich zum jetzigen Zeitpunkt nicht ganz einfach ist, wie würden Sie das Interesse an der IHK-Wahl bewerten?

ELKE SCHWEIG: Der bisherige Rücklauf an Wahlunterlagen entspricht bislang in etwa dem vergangener Wahlen, aber es ist ja noch etwas Zeit. Gewählt werden kann ja noch bis zum Montag, 1. Oktober.

Breit gefächerte Werbung in der Zeitung, Kandidatenvorstellung online. Das sind nur zwei Beispiele dafür, wie Sie aktiv für eine Teilnahme an der Wahl werben. Gibt es Gründe für diesen verstärkten öffentlichen Auftritt?
SCHWEIG: Da täuscht Ihr Eindruck. Den Aufwand, den wir für die diesjährige Wahl betreiben, ist nicht größer, als in der Vergangenheit. Wir setzen exakt das gleiche Budget ein, wie schon bei der letzten Wahl 2007. Sollten wir dennoch den Eindruck vermitteln, dass wir diesmal mehr in der Öffentlichkeit präsent sind, so zeigt dies, dass es uns gelungen ist, diese Mittel besonders effektiv einzusetzen.

Vor fünf Jahren beteiligten sich rund 13 Prozent der 42.000 Wahlberechtigten. Dieses Jahr sind rund 50.000 IHK-Mitglieder zur Wahl aufgerufen. Wo würden Sie die Marke ansiedeln, ab der Sie sagen, der Aufwand hat sich gelohnt?
SCHWEIG: Der Aufwand ist notwendig - und zwar unabhängig vom Wahlausgang. Wir sind bestrebt, möglichst viele IHK-Mitglieder zur Teilnahme an der Wahl zum wichtigsten Selbstverwaltungsgremium der regionalen Wirtschaft zu motivieren. Dies geht nur mit entsprechendem Engagement. Natürlich freuen wir uns, wenn es uns gelingen sollte, die 13 Prozent Wahlbeteiligung bei der letzten Wahl - übrigens ein im bundesweiten Vergleich für IHK-Wahlen gutes Ergebnis - noch zu verbessern.

Sie selbst, aber auch die Vollversammlungsmitglieder haben sich im Vorfeld intensiv darum bemüht, dass das Kammergebiet flächendeckend von Kandidaten besetzt ist. War es schwer die Neulinge für eine Kandidatur zu bewegen?
SCHWEIG: Von den vielfältigen Möglichkeiten die Arbeit der IHK durch die Mitarbeit in der Vollversammlung aktiv mitzugestalten, mussten wir die Kandidaten nicht erst überzeugen - dies war allen Interessenten bekannt. Bedenken gab es an der einen oder anderen Stelle vielmehr zu der Frage, ob sich eine solche Mitarbeit auch mit den individuellen Belastungen des beruflichen Alltags vereinbaren lässt. Wir freuen uns, dass sich trotz Zusatzbelastung so viele qualifizierte Unternehmerinnen und Unternehmer aktiv in der Vollversammlung engagieren möchten.

Es gibt 83 Bewerber für die 42 Sitze in der Vollversammlung. Rechnen Sie damit, dass es bei dieser Wahl einen "kleinen Generationswechsel" geben könnte oder sind die "Amtsinhaber" ähnlich wie bei allgemeinen Wahlen ein wenig im Vorteil?
SCHWEIG: Die Zusammensetzung der neuen Vollversammlung steht erst am Abend des 2. Oktober endgültig fest. Insofern kann ich Ihre Frage nach einem möglichen Generationswechsel heute nicht abschließend beantworten. Die "Amtsinhaber" haben naturgemäß sicherlich den Vorteil ihrer entsprechenden Erfahrung, dem steht allerdings die "Unvoreingenommenheit" neuer Kandidaten gegenüber. Wir werden sehen, wie die Kammermitglieder diese Gegebenheit letztlich werten.

Viele Fragen, die in der Kammer behandelt werden, berühren längst nicht nur spezielle, wirtschaftliche Aspekte, sondern auch das Umfeld, die Infrastruktur, die Gesellschaft der Region als solche. Würden Sie uns zustimmen, wenn es sich bei Vollversammlungsmitgliedern in einem gewissen Maße um Wirtschaftsvertreter handelt die auch politisch gestalten wollen?
SCHWEIG: Es ist ja die erklärte Aufgabe der Vollversammlung, die Interessen der regionalen Wirtschaft zu vertreten. Damit ist ein politischer Gestaltungswille fast schon zwangsläufig verknüpft. Wichtig ist es mir jedoch festzuhalten, dass wir - damit meine ich die Kammer und ihre Organe - zwar wirtschaftspolitisch, aber nicht parteipolitisch gestalten wollen und dürfen.

Eine der nächsten Aufgaben der Vollversammlung wird es sein, einen neuen Präsidenten als Nachfolger für Thomas Philippiak zu wählen. Wird diese personelle Entscheidung Ihre Arbeit beeinflussen?
SCHWEIG: Natürlich, jeder Präsidentenwechsel hat immer auch Einfluss auf die eigene Arbeit. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Präsidenten - wer immer dies sein wird - um gemeinsam mit ihm die großen Themen, die unsere Region beschäftigen, wie etwa die Fachkräftesicherung oder das Energiethema, erfolgreich im Sinne der regionalen Wirtschaft zu bearbeiten.

Info Alles Wissenswerte über den Ausgang der IHK-Wahl in den kommenden Ausgaben des Hohenloher Tagblatts und im nächsten RegioBusiness