"Wer sich nicht ändert, wird verändert." Die Konsequenz dieser Binsenweisheit haben die beiden Innovations-Experten Professor Dr. Guido Baltes und Antje Freyth ihrem Publikum im Sparkassen-Forum plastisch-drastisch im Wortsinn aufgetischt und ihnen damit gewissermaßen die Augen geöffnet. Bekannte Markennamen wie Kodak, Manroland und Centrotherm sind in jüngster Vergangenheit von der Bildfläche verschwunden - insolvent. Die einstigen Marktführer hatten sich zu sicher gefühlt, schlichtweg den Anschluss verpennt und sich so ins wirtschaftliche Abseits gestellt.

Dass es auch anders geht (und gehen muss), verdeutlichte Guido Baltes, indem er den Teilnehmern dieser Auftaktveranstaltung klar machte, "dass wir uns auf das Unerwartete vorbereiten können." Allerdings brauche Zukunftsfähigkeit eine wandlungsfähige Organisation und veränderungswillige Mitarbeiter in den Betrieben. Wie das zu bewerkstelligen ist, bekamen die Forums-Gäste nicht nur im Impuls-Vortrag erklärt, sie durften/mussten es im "World-Café" (siehe auch das "Stichwort" oben) sogar eigenständig nachvollziehen - oder mitentwickeln, je nachdem, wie man es sieht.

Regio-Business-Chefredakteur Heribert Lohr, der durch den Abend führte, aber auch Sparkassen-Vorstand Klaus Ehrmann als Gastgeber und Bera-Geschäftsführer Peter Thissen als Mitveranstalter unterstützten die Experten-Thesen. Sie unterstrichen, wie immens wichtig es ist, Bestehendes zu optimieren und Neues aufzubauen, wenn das eigene Unternehmen weiter im Konzert der Besten mitspielen soll. Es braucht dazu - eine Erkenntnis des spannenden Abends - motivierte Menschen in den Betrieben, die mitziehen, und das auf jeder Ebene. Dazu ist Freiraum nötig, der notfalls erst freigeschaufelt werden muss im Wust des Tagesgeschäfts. Kommunikationsbereitschaft, Führungsqualität, Vertrauen, Motivation und Firmenkultur führten die am World-Café Beteiligten als "Skills" für eine erfolgreiche Bewältigung der Zukunftsaufgaben ihrer Betriebe an. Eine Arbeitsgruppe fasste es bildhaft zusammen: "Du kannst die Welle nicht stoppen, du kannst sie nur reiten."

Was war das nun für eine Veranstaltung, die bei ihrer Premiere im hiesigen Raum an die 60 Führungskräfte im S-Forum versammelte? Das Muster ist nicht neu: Mit großem Erfolg fahren RegioBusiness und dessen Partner ihr Modell des Business-Forums im Main-Tauber-Kreis. "Seit vier Jahren wachsen die Gästezahlen, inzwischen gibt es eine Teilnehmerbegrenzung", erläuterte Moderator Heribert Lohr.

Die Resonanz auf den Auftakt im Landkreis Hall fiel ungemein positiv aus. "Ein interessantes und anregendes Format", bestätigte Voith-Chef Matthias Grawe, "gibts das schon im Fernsehen?", scherzte er. Sybille Butz, Unternehmerin aus Matzenbach, war sich bewusst: "Der Abend hat mir klargemacht, dass Veränderung nicht nur nötig ist, sondern bei uns selber anfangen muss." Wichtig sei es aber, nicht nur zu spekulieren, sondern die Gedanken auch in Taten umzusetzen. Sogar Referent Dr. Baltes fand es spannend: "Die Offenheit in der Diskussionsrunde hat mich überrascht." Und für Unternehmer Hermann Stegmaier gab es einen unerwartet erfreulichen Nebenaspekt: "Nach 25 Jahren habe ich hier einen alten Kumpel wiedergetroffen. . ."