Hotel Hotel „Eisenhut“: Wo schon Churchill und der Schah schliefen

Neue „Eisenhut“-Leitung: Direktor Michael Vogt und Direktionsassistentin Mariana Camacho.
Neue „Eisenhut“-Leitung: Direktor Michael Vogt und Direktionsassistentin Mariana Camacho. © Foto: Dieter Balb
Rothenburg / Dieter Balb 17.03.2018

Eine reizvolle Aufgabe in einem tollen Team und einer schönen Stadt – so sehen der neue „Eisenhut“-Hoteldirektor Michael Vogt und Direktions-Assistentin Mariana Camacho schon nach den ersten Wochen in ihren Ämtern die Lage.

Das in seinen Anfängen bis 1890 zur Weinstube von Georg Andreas Eisenhut zurückreichende und stets familiengeführte Hotel gehört seit 2007 zur Arvena-­Hotel-Gruppe der Familie Schlag, Nürnberg. Seniorchef Oskar Schlag hat es verstanden, den historischen Bestand zu pflegen und durch rückwärtige Anbauten für neue Tagungsmöglichkeiten zu sorgen.

Investitionen zahlen sich aus

Die Millionen-Investitionen über die Jahre haben sich ausgezahlt: Während andere Häuser schließen mussten oder wirtschaftliche Probleme haben, floriert der „Eisenhut“ mit seinen 78 Gästezimmern, Suiten und drei Tagungsräumen. Mit 72 Mitarbeitern (davon 16 Auszubildende) beschäftigt das Hotel heute sogar 15 Leute mehr als bei der Übernahme vom Vorbesitzer Dr. Hans J. Pirner.

Dass der gebürtige Mönchengladbacher Vogt die Leitungs-Aufgabe seit 1. Februar 2018 gewissermaßen im Doppelpack zusammen mit der gebürtigen Portugiesin Mariana Camacho antritt, hängt schlicht damit zusammen, dass die beiden ein Paar sind. Einschlägige jahrzehntelange Erfahrung bringen sie mit.

Michael Vogt, Jahrgang 1960, hat 1979 im Dorint-Hotel Bad Kissingen Hotelkaufmann gelernt und danach viele Stationen in der Branche durchlaufen – auf Sylt und Norderney, in Kenia, auf den Seychellen und in Portugal. In Thailand hielt es ihn 16 Jahre lang in verschiedenen Resorthotels als „General Manager“. Zuletzt leitete er zusammen mit seiner Partnerin das Dorint-Strandresort auf Sylt/Westerland.

Zur Ruhe kommen

Nun hat es den beiden der „Eisenhut” angetan, und mit der Familie Schlag hat man sich gleich gut verstanden. Beide Seiten setzen auf ein „längeres Verweilen” in Rothenburg, denn Kontinuität in der Leitung ist im historischen Haus sehr gewünscht. „Wir würden gerne langsam zur Ruhe kommen”, sagt Vogt. In Rothenburg, das die beiden bislang nur als Touristen kannten, gibt es für sie noch viel zu erkunden, in der Klingenschütt bewohnen die Hotelmanager ein kleines Altstadt-Häuschen.

Der „Eisenhut“ hat schon viele berühmte Persönlichkeiten aus Film, Kunst und Politik gesehen: Winston Churchill, Theodor Heuss, Willy Brandt, aber auch der Schah von Persien und Farah Diba sind neben Curd Jürgens, Gert Fröbe, Heinz Rühmann und Udo Jürgens beispielhaft zu nennen. Sie alle haben sich in den ehemaligen Patrizierhäusern in der Herrngasse wohlgefühlt.

Die neue Direktion legt nicht nur Wert auf ein gutes Miteinander im großen Team, sondern möchte den „Eisenhut“ auch lokal und regional noch populärer machen, „manchen Leuten die Hemmschwelle nehmen”. Das soll mit dem Biergarten geschehen, mit besonderen Restaurantangeboten, aber auch mit Veranstaltungen für die Öffentlichkeit.

Vogt und Camacho ist im Gespräch anzumerken, dass sie freudig bei der Sache sind. Vielleicht ist der „Eisenhut“ tatsächlich eine Aufgabe, die sie länger faszinieren könnte.