Kupferzell Hohenlohekreis hält Geld bereit

Kupferzell / RALF REICHERT 08.11.2014
Die Unterbringung von Asylbewerbern wird den Hohenlohekreis im neuen Haushaltsjahr 2015 vor große Herausforderungen stellen.

Landrat Matthias Neth ließ am Montag in Kupferzell keinen Zweifel an den Asylbewerber-Plänen, als er den Etatentwurf für 2015 in den Kreistag einbrachte. Erstmals sind im Finanzhaushalt, der unter anderem die Investitionen beinhaltet, 1,5 Millionen Euro für diesen Bereich reserviert - plus eine Verpflichtungsermächtigung über 500 000 Euro.

Neth glaubt, "dass wir eine oder mehrere eigene Unterkünfte errichten müssen, da der Mietmarkt, vor allem in den größeren Städten und Gemeinden, kaum ausreichende Leerstände mehr hergibt." Eine "örtliche Auswahl" sei noch nicht getroffen worden. Am Konzept der dezentralen Unterbringung soll aber nicht gerüttelt werden.

Das Thema Flüchtlinge zieht sich wie ein roter Faden durch viele Haushaltstitel. Etwa beim Personal: Der Kreis braucht wie 2014 mehr Arbeitskräfte, diesmal ist dieser Zuwachs zum größten Teil auf die weiter steigende Zahl der Asylbewerber zurückzuführen. Neth: "Ohne weiteres Personal geht es hier einfach nicht."

Um den laufenden Verwaltungsbetrieb des Kreises zu finanzieren, werden im Vergleich zu 2014 rund 7,1 Millionen Euro mehr benötigt. Der wesentliche Grund, erklärt Kreiskämmerer Helmut Kercher, sei die Unterbringung, Versorgung und Betreuung von Flüchtlingen. Ab 2015 erhält der Hohenlohekreis eine Pauschale von 13 260 Euro pro Asylbewerber - gerechnet auf 18 Monate. Dieser reicht aber nicht, um Einnahmen und Ausgaben im Lot zu halten. Bereits in diesem Jahr muss der Kreis 250 000 Euro aus der eigenen Tasche drauflegen, 2015 werden es laut Kercher 860 000 Euro sein und bis 2018 mindestens zwei Millionen Euro. Diese Rechnung geht davon aus, dass pro Monat 35 neue Flüchtlinge kommen und Unterkünfte für maximal 790 Personen bereitstehen.

Derzeit gibt es 14 Gemeinschaftsunterkünfte, Kercher schätzt die Zahl bis Ende 2015 auf 30. Die zwei Millionen Euro, die jetzt im Haushalt gebucht seien, reichten aus, um 50 bis 70 Flüchtlinge unterzubringen. Der Zuwachs soll sich in den Folgejahren fortsetzen. Die Kosten werden also weiter steigen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel