Brauchtum Volksfest: Hoffnungsfroher Blick in die Zukunft

Die fünfte Jahreszeit rückt näher: Am 15. September wird das Fränkische Volksfest eröffnet.
Die fünfte Jahreszeit rückt näher: Am 15. September wird das Fränkische Volksfest eröffnet. © Foto: Ufuk Arslan
Crailsheim / Christine Hofmann 12.07.2017
Die Vorbereitungen für das Fränkische Volksfest laufen nach Plan. Vom 15. bis 18. September wird wieder gefeiert – mit allem, was traditionell dazugehört.

So langsam, aber sicher fangen die Crailsheimer an zu zählen: Noch 65 Tage, dann beginnt mit dem Fränkischen Volksfest die schönste Zeit des Jahres. Traditionell geht es mit dem Fassanstich des Oberbürgermeisters los. Rudolf Michl wird heuer zum letzten Mal den Zapfhahn mit dem Hammer ins Bierfass schlagen, denn seine Amtszeit endet vor dem Volksfest 2018. „Ich freue mich, dass ich den Fassanstich noch einmal machen darf“, sagte das Stadtoberhaupt in der Sitzung des Volksfestbeirats, der am Montag zusammenkam, um die letzten Vorbereitungen für das größte Volks- und Heimatfest der Region zu treffen. „Der Rundgang zur Eröffnung und das Gespräch mit den Schaustellern sind mir sehr wichtig“, so Michl.

Den Festumzug bestreiten in diesem Jahr die Gewerbetreibenden der Stadt. Sie wollen mit ihren Wagen und Fußgruppen diesmal nicht in der Vergangenheit schwelgen, sondern unter dem Motto „Crailsheimer Gewerbe zeigt uns die Zukunft“ weit nach vorn blicken. „Wir haben darum gebeten, alle Oldtimer wegzulassen“, berichtet Susanne Kröper-Vogt, Leiterin des Kulturamtes und Volksfest-Organisatorin. Dafür wird es Futuristisches zu sehen geben: Pakete, die von einem Ort zum anderen gebeamt werden, Roboter und Fahrzeuge, die ohne Fahrer unterwegs sind. „Es sind viele kreative Beiträge dabei“, sagt Kröper-Vogt. Selbstverständlich sind auch wieder zahlreiche Kapellen eingeplant.

Anlässlich des Reformationsjubiläums darf auch der Adam-Weiß-Wagen, den der Bauhof der Stadt im letzten Jahr gebaut hat, noch einmal an den Start. Die Kirchengemeinde nimmt sich diesmal des Festwagens an. Es gehen heuer zwar weniger Wagen an den Start als im vergangenen Jubiläumsjahr, aber letztlich entscheidet ja nicht die Masse.

Ansonsten bleibt – fast – alles beim Alten. Die Besucher erwarten ein abwechslungsreicher Vergnügungspark mit rund 90 Fahrgeschäften, Attraktionen und Neuheiten, drei Festzelte, eine Gewerbeausstellung und ein Krämermarkt. Im kleinen Engelzelt wird es weiterhin Musik geben, auch wenn die Besucher der älteren Generation sich wiederholt darüber beklagt haben, dass es im Zelt zu laut sei. Die Busunternehmen werden einen Zuschuss pro Fahrgast bekommen, damit sie das feierlustige Volk zu später Stunde sicher nach Hause bringen. Zusätzliche Busse würden jedoch nicht eingesetzt, es gebe ohnehin kaum Fahrer, die am Volksfestwochenende arbeiten wollten, erklärte Kröper-Vogt. „Das Problem ist, dass alle immer den letzten Bus nehmen wollen. Das funktioniert nicht.“ Und selbstverständlich wird der lebendige Eiloader wieder zum Fest einladen.

Ein paar Änderungen gibt es trotzdem: Der Essensstand gleich am Eingang, wo angeblich der beste Volksfest-Schaschlik verkauft wurde, ist nicht mehr da. Dafür gibt es dort nun einen kleinen Biergarten. Nachdem die Achterbahn kurzfristig abgesagt hat, wurde die „Wilde Maus“ wieder einmal engagiert.

Majorettentreffen am Samstag

Am Samstagabend gibt es erstmals ein Majorettentreffen mit Aufführung im Schönebürgstadion, und am Sonntag lädt Dekanin Friederike Wagner um 9 Uhr zum Gottesdienst in die Johanneskirche. Noch nicht bekannt ist der Bierpreis, der diesmal auf dem Volksfestplatz für ein Maß gezahlt werden muss. Volksfestbeiratsmitglied und Stadtrat Klaus Mümmler findet das nicht weiter tragisch: „Mit ist relativ egal, was das Maß kostet. Ich kann sowieso nicht mehr so viel trinken wie früher.“

Info Das Fränkische Volksfest geht vom 15. bis 18. September. Die Ausschreibung für das Volksfest 2018 für Schausteller beginnt bereits Anfang August und endet am 31. Oktober 2017.

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Beiträge wird es heuer beim Festumzug geben. Beim Volksfestumzug im vergangenen Jahr machten rund 2000 Schüler und Lehrer aller Crailsheimer Schulen mit.