Den begann er mit der Bemerkung, er sei zum ersten Mal im Schloss selbst. Der jetzige Besitzer Steffen Knödler habe es aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Förtsch begrüßte, dass es jetzt auch öffentlich zur Verfügung stehe, was die Kulturlandschaft um Crailsheim herum bereichere.

Die Historie geht, wie fast immer in solchen Fällen, weit zurück. Eine Erstnennung von 1248 erwähnt eine bereits bestehende Burg, die wesentlich kleiner gewesen sein muss als heute. Die Familie von Seckendorff ist, unabhängig von Erkenbrechtshausen, 1254 schriftlich nachweisbar. Sie waren der Reichsritterschaft zugehörig.

Der Historiker Förtsch führte in einem systematischen Exkurs aus, dass diese entweder auf freien Ortsadel oder auf Ministeriale, also gehobenen Dienst Leistende, zurückzuführen seien. Die von Seckendorff entstammten der Minsiterialität. Die Burggrafen von Nürnberg und die Markgrafen von Ansbach setzten sie vor allem auch als Offiziere ein. Es handelt sich um das zahlenstärkste Geschlecht des niederen Adels in Franken; in einer alten Urkunde heißt es, sie seien "die meisten".

950 genealogisch zuordenbare Personen sind nachweisbar. In ungefähr 1000 Ortschaften hatten sie Besitz und Titel. Die zunächst den Herren von Crailsheim gehörende Burganlage Erkenbrechtshausen erlitt im Bauernkrieg (1525) größeren Schaden und wurde auch geplündert. Caspar von Crailsheim wurde als "Bauer Caspar" gefangen weggeführt. Der spätere Wiederaufbau erfolgte mit einem Wassergraben und auf einer Fläche von 140 auf 100 Metern in der Dreiflügeligkeit, die auch heute einen schönen Innenhof umrahmt.

Nach dem Tod des letzten von Crailsheim auf Erkenbrechtshausen 1647 ging das Erbe auf drei Schwestern über. In diesem Zeitraum ist auch der historische Teil des Romanes "Familientag - Geschichte einer Verschwörung" anzusiedeln. Ein von Seckendorff heiratete ein und sein Enkel erwarb 1759 die beiden anderen Besitztitel. Am 3. Januar 1948 starb Karl von Seckendorff als letzter seines Geschlechtes.