Ellwangen Hindernisse verschwinden dauerhaft

Ellwangen / swp 17.07.2018
Fische und Kleinlebewesen sollen die Jagst besser durchwandern können. Dafür sorgt ein Landesbetrieb.

Das Regierungspräsidium Stuttgart beseitigt derzeit sogenannte Wanderungshindernisse in der Jagst. Fließgewässer bilden von Natur aus miteinander vernetzte Lebensräume, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Vor allem Wehre, Abstürze und Sohlschwellen stören die ökologische Durchgängigkeit für Fische und Kleinlebewesen sowie den Transport der Sedimente. Störende Bauwerke müssen entfernt oder umgebaut werden.

Anfang des Jahres wurde in Rindelbach ein 30 Meter langer Betonabsturz unter der Jagstbrücke entfernt und in ein Raugerinne umgebaut. Eine Niedrigwasserrinne sorgt dafür, dass in trockenen Zeiten immer eine ausreichende Wassertiefe vorhanden ist und die dort vorkommenden Lebewesen in beide Richtungen wandern können.

Weiter tätig wurde der „Landesbetrieb Gewässer“ im April in Rindelbach auf Höhe der Eichkapelle. Hier war in den 1970er-Jahren ein Absturzbauwerk mit einem Höhenunterschied von 1,40 Metern zur Sohlstabilisierung gebaut worden. Die Betonstufen und die Sohle wurden nun vollständig ausgebaut, Steinmatten entfernt, und es wurde eine durchgängige Raue Rampe aus Schüttsteinen mit sehr flachem Gefälle angelegt. Das entspricht den neuesten Anforderungen an die Durchwanderbarkeit.

Landesbetrieb trägt Baukosten

Als drittes Bauwerk wird in den nächsten Wochen der Absturz unter der Jagstbrücke bei Rainau-Saverwang umgebaut. Hier war im Zuge der Flurbereinigung vor 50 Jahren ein mehrstufiger, etwa 25 Meter langer Betonabsturz eingebaut worden, der die Passierbarkeit für aquatische Lebensformen verhindert. Auch in diesem Fall wird das Betonbauwerk vollständig entfernt und durch eine gewässerbreite Sohlgleite aus Natursteinen ersetzt.

Die Baukosten für die drei Maßnahmen liegen bei insgesamt 350.000 Euro und werden voll vom Landesbetrieb Gewässer übernommen. Damit werden an der Jagst sämtliche größeren, landeseigenen Querbauwerke umgestaltet. Der Umbau kleinerer Schwellen und Abstürze folgt mit dem Aktionsprogramm Jagst in den nächsten Monaten.

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