Crailsheim Hilfe für Weißrussland geht unvermindert weiter

Crailsheim / WOLFGANG RUPP 03.03.2014
„Wir werden die Menschen mit ihrer Not auch künftig nicht allein lassen“. Mit diesem Versprechen des Vorsitzenden Reinhold Kett hat der Crailsheimer Verein Weißrusslandhilfe das neue Jahr begonnen.

Kaum sind die Mitglieder bei der Hauptversammlung über das abgelaufene Jahr informiert worden, laufen auch schon die Vorbereitungen für das neue Jahr auf Hochtouren. Eine wirkliche Verschnaufpause gibt es für die Verantwortlichen des Vereins Weißrusslandhilfe nicht, „weil wir immer wieder auch neue Wege gehen wollen“, wie Vorsitzender Reinhold Kett die Zielsetzung beschreibt.

So werden Mitte März die Rektorin und zwei Lehrerinnen der Schule von Klimovka erwartet, um mit Rektor Siegfried Köhnlein und Kollegen der Schule am Kreßberg in Marktlustenau eine weißrussisch-deutsches Schulpartnerschaft vorzubereiten. 25 Kinder werden in der letzten Woche vor den Sommerferien am Unterricht und an Projekten an der Marktlustenauer Schule teilnehmen. Im Vordergrund steht das gegenseitige Kennenlernen der Kinder, ihrer Heimat und Kultur, gemeinsames Arbeiten, gemeinsame Erkundungen, Unternehmungen und Freizeit. In der Ferienzeit steht die Erholung der kleinen Gäste im Vordergrund, kommen sie doch aus einem nach der Katastrophe von Tschernobyl radioaktiv belasteten Gebiet und aus Familien, die in teils recht ärmlichen Verhältnissen leben.

Um bei der Auswahl keine Unterschiede zu machen, niemand zu bevorzugen oder zu benachteiligen, hat der Verein Weißrussland bewusst zwei Schulklassen eingeladen, „die sich natürlich schon mächtig auf diesen Aufenthalt freuen“ wie die mit für die Vorbereitung zuständige Martina Schmieg bei der Hauptversammlung sagte. Auch wenn der Verein versucht, das Projekt vor allem über Zuschüsse zu finanzieren, ist er auf Unterstützung angewiesen. Also wurden schon jetzt Unternehmen, Institutionen und Banken per Brief um Unterstützung gebeten. Und die Resonanz ist groß und großartig, freut sich nicht nur der für die Kasse zuständige Robert Fischer. „Uns geht es gut“ freut sich der Chef eines großen Crailsheimer Betriebs über den geschäftlichen Erfolg, „weshalb wir unseren Teil dazu beitragen möchten, dass sich die Lebenssituation anderer Menschen verbessern kann“. So spendete allein dieses Unternehmen, das namentlich nicht genannt werden möchte, einen sehr ansehnlichen Betrag für das Schulprojekt und den Ferienaufenthalt.

Unvermindert fortgesetzt werden die Hilfstransporte. Im vergangenen Jahr hatten sich sechs Lastzüge auf den Weg in die 2 000 Kilometer entfernte weißrussische Stadt Gomel gemacht, beladen mit Textilien und Schuhen, Spielsachen und Haushaltswaren, Schulranzen und Taschen, Kinderwagen und Rollatoren, Krankenhausbetten und Lebensmittelpaketen. Der Wert dieser Hilfstransporte übersteigt die Grenze von 100 000 Euro deutlich, weshalb es dem Vorsitzenden ein großes Anliegen war, bei der Hauptversammlung „unseren Spendern, Unterstützern, Helfern und Mitglieder ein herzliches Dankeschön zu sagen“.

Dreh- und Angelpunkt der umfangreichen Vorbereitungen ist das im ehemaligen Tierzuchthof in Tiefenbach eingerichtete Lager, wo die gespendeten Waren sortiert, auf Paletten gestellt und für den nächsten Transport übersichtlich angeordnet werden. Übersichtlich vor allem deshalb, weil für die Zollabfertigung an der Grenze und in Weißrussland jedes einzelne Paket mit Inhalt aufgelistet werden muss. Trotz bester Vorbereitung, trotz aller Sorgfalt und Erfahrung gibt es beim Grenzübergang immer wieder neue Überraschungen, berichtete Robert Fischer.

Einmal sind es nicht angekündigte neue Vorschriften, das andere Mal ist es ein wenig arbeitsfreudiger Zollbeamter und das dritte Mal ein Stau mit mehreren hundert Lastwagen, die den Grenzübergang zu einem Geduldsspiel werden lassen, das schon mal locker über acht Stunden gehen kann. Doch bei der Ankunft in Gomel sind alle mit der langen Fahrt verbundenen Strapazen vergessen, wie Robert Fischer mit Bildern unterstrich. Ob beim gemeinsamen Abladen mit den Vertretern der Partnerorganisationen „Weiße Taube über Tschernobyl“ und „Zentrum zur Realisation humanitärer Programme“, bei der Besichtigung von Behinderteneinrichtungen, Schulen und Krankenhäusern oder beim Besuch von Familien: Die Vertreter des Vereins Weißrusslandhilfe werden überall als beste Freunde aufgenommen, „auf die wir uns verlassen können“, wie ihnen immer wieder voller Dankbarkeit gesagt wird „und die wir dringend brauchen“.

„Auf diesem Weg möchten wir weitermachen“, so Vorsitzender Reinhold Kett, der auch in Zukunft auf die „ großartige Unterstützung“ dieser Aktion hofft, die im nächsten Jahr ein kleines Jubiläum feiern kann. Sie wurde am 29. November 1990 unter der Überschrift „Lasst uns den Menschen in Weißrussland helfen“ vom Hohenloher Tagblatt zusammen mit dem Roten Kreuz ins Leben gerufen

Info: Das Lager des Vereins Weißrusslandhilfe im ehemaligen Tierzuchthof in Tiefenbach ist ab 7. März wieder jeden Freitag von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Sachspenden nehmen außerdem an: Karlheinz Fohrer, im Kappelbusch 35 in Wildenstein (Telefon 07962/8397), Martina Schmieg , im Riedle 12 in Blaufelden (07953/270) und Dieter Jörg, Obere Hirtenstraße 30, in Waldtann (07957/766)
 


Die Spendenkonten des Vereins Weißrusslandhilfe Crailsheim:

Sparkasse Schwäbisch Hall – Crailsheim, Konto 222888, IBAN DE40 6225 0030 0000 2228 88,BIC: SOLADES1SHA

VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim, Konto 16699009, IBAN: DE48 6229 0110 0016 6990 09, BIC: GENODES1SHA

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