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Crailsheim / ADINA MÖLLER  Uhr
Die Digitalisierung ist aus der Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Was hinter dem Trendwort steckt und wie Unternehmen aus der Region damit umgehen können, war Thema bei den Wirtschaftsjunioren.

Die Wirtschaftsjunioren Heilbronn-Franken haben das große Thema "Digitalisierung" treffend verortet - die Podiumsdiskussion zu Industrie 4.0 fand bei Elabo in Crailsheim statt. Das Unternehmen ist von der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg als einer der ersten "100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg" ausgezeichnet worden.

Geschäftsführer Thomas Hösle gab denn auch zum Einstieg eine Definition: "Beim ,Internet of the Things' entstehen durch die digitale Vernetzung von Menschen und Systemen dynamische Wertschöpfungsnetzwerke." Wie diese aussehen können, macht Elabo im hauseigenen "Smart-Industrie-Modell" deutlich. Hier zeigt sich: Vernetzung kann alle Bereiche des täglichen Arbeitens umfassen und zur Effizienzsteigerung führen.

In der Podiumsdiskussion - Teilnehmer waren Elabo-Geschäftsführer Thomas Hösle, Elabo-Prokurist Horst Maywald, Wirtschaftsförderer Kai Hinderberger, Marcel Krull, Inhaber von Marcel Krull-Software, und Aaron Kübler, Geschäftsführer der Akub Consulting aus Vellberg - wurde schnell deutlich: Die Experten sehen in der Digitalisierung viele Chancen - vor allem um Ressourcen zu schonen, die Wirtschaftlichkeit zu steigern und auch um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Allerdings gibt es auch Hemmnisse auf die Marcel Krull aufmerksam machte. Er erklärte: "Noch fehlt eine durchgängige Standardisierung, sie ist aber ein wichtiger Faktor, um voran zukommen." Und wichtig sei laut Krull auch der Datenschutz. Hier betont er: "100-prozentige Sicherheit gibt es nie. Aber ich empfehle den Unternehmen, die neueste Technik anzuwenden und die Daten zu anonymisieren."

Aaron Kübler kennt eine weitere Schwierigkeit: "Industrie 4.0 hat weitreichende Auswirkungen auf die Arbeitswelt, indem immer mehr Arbeitsschritte von Maschinen übernommen werden. Das weckt die Ängste bei den Angestellten." Aber er sieht darin auch eine Chance: "Dank der Vernetzung können die Mitarbeiter weiter qualifiziert werden und komplexere Aufgaben übernehmen."

Trotz der Risiken ist den Wirtschaftsexperten klar, dass kein Weg an der Digitalisierung vorbei führt und dass die heimische Wirtschaft noch Nachholbedarf hat. "Wir müssen die industrielle Wertschöpfung wieder verstärkt nach Deutschland zurück holen", zeigte sich Thomas Hösle überzeugt. "Wir sind auf einem guten Weg, aber es muss noch mehr getan werden", fasste auch Wirtschaftsförderer Kai Hinderberger den Ist-Stand zusammen.

Wie die Annäherung an Industrie 4.0 gelingen kann, erklärte Horst Maywald. Er betonte: "Die heimischen Unternehmen müssen sich in kleinen Schritten dem großen Thema näher. Dann ist Industrie 4.0 auch für Mittelständler machbar." Und Hösle betonte: "Fangen Sie mit Industrie 4.0 an. Sie können dann immer noch nachjustieren, aber starten Sie unbedingt sofort!"