Das Thema Nachwuchsförderung stand auch bei dieser – nun schon dritten – Ausgabe der Wirtschaftsmesse Region Rothenburg im Mittelpunkt. Klar, die teilnehmenden Unternehmen kamen auch zu dieser Leistungsschau, um Kontakte zu knüpfen und ihre Produkte einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Dennoch war der zentrale Punkt der Berufsinfotag am ersten Messetag.

„Wir nehmen seit Beginn an der Messe teil – schließlich sind wir nahe der Grenze und haben ein zweites Standbein in Rothenburg“, erklärt Hildegard Ströbel, Prokuristen beim Spielbacher Bauunternehmen. „Unser Einzugsgebiet erstreckt sich bis nach Ansbach, wir sind zum Beispiel in Burgoberbach oder auch Aurach aktiv. In Rothenburg bauen wir derzeit Mehrfamilienhäuser“, sagt sie. Für sie ist die Rothenburger Wirtschaftsmesse eher klein und überschaubar. „Normalerweise nehmen wir an solch kleineren Messen nicht teil, aber was soll ich sagen? Die Rothenburger lieben ihre Messe – die Resonanz war riesig. Wir waren selbst überrascht“, ist sie begeistert.

Der erste Tag war wie die letzten Male dem Nachwuchs gewidmet. Der Berufsinfotag ist jedes Mal stark frequentiert, da die Stadt hier eng mit den örtlichen Schulen zusammenarbeitet. „Schon im Vorfeld verteilen wir zum Beispiel unsere Ausbildungsbroschüre ,Junge Talente’ an den Schulen. So können sich die Schüler vor der Messe schon einmal ein Bild von den ausstellenden Betrieben machen und überlegen, bei wem sie an diesem Tag dann gezielt vorbeischauen“, erklärt Karin Schmidt, Wirtschaftsförderin der Stadt Rothenburg. Und auch in diesem Jahr strömten wieder zahlreiche „Fachkräfte von morgen“ auf das Ausstellungsgelände am Spitaltor vor der Stadtmauer.

„Es waren wirklich wahnsinnig viele Schüler da. Und das ist auch gut so. Wir bilden in allen Bereichen rund um Immobilien aus – vom Büro bis zur Baustelle“, sagt Hildegard Ströbel. „Und wir haben viele Anfragen für Praktika bekommen. Jetzt heißt es abwarten, was sich daraus entwickelt“, freut sie sich. Ob Ströbel Bau bei der nächsten Auflage der Messe wieder dabei ist? „Da gibt es gar keine Diskussion“, sagt Hildegard Ströbel sehr bestimmt. „Denn man kann nicht immer nur dasitzen und warten, dass etwas Gutes auf einen zukommt – wenn man etwas erreichen will, gerade auch was den Nachwuchs angeht, dann muss man aktiv werden.“

Warum beteiligen sich Unternehmen aus Baden-Württemberg an einer bayerischen Wirtschaftsmesse? „Warum nicht?“, lacht Carolina-Gabriela Saus, Personalreferentin von Sigloch in Blaufelden. „Rothenburg liegt ja quasi bei uns in der Region. Es ist direktes Einzugsgebiet“, erklärt sie. Das „Grenzendenken“ ist für sie absolut veraltet. „Klar, wir sind zwar nicht in Bayern, aber in der Nähe“.

Die Verbindung über öffentliche Verkehrsmittel sei  nicht sehr ausgeprägt, man müsse schon selbst mobil sein. „Das schreckt viele ab. Aber, wenn man bedenkt, dass Rothenburg viel näher als zum Beispiel Schwäbisch Hall liegt, dann ist das vielleicht schon ein Anreiz, sich bei uns zu bewerben“, erklärt die Personalreferentin.

Mit der Messe sind die Logistik-Experten aus Blaufelden zufrieden. „Es waren Besucher da und haben sich nach aktuelle Stellenangeboten erkundigt und auch Schüler kamen, um sich über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren“, freut sich Saus. „Es war einfach eine gute Gelegenheit, sich auch einmal im Fränkischen zu präsentieren“, erklärt sie.

Der Meinung ist auch Renate Mukunzu von Kneer-Südfenster in Schnelldorf. Zwar liegt die Gemeinde auf der mittelfränkischen Seite der „Grenze“, „aber uns ist aufgefallen, dass wir in dieser Richtung gar nicht so bekannt sind“, erklärt sie. Da sei so ein Messeauftritt eine schöne Möglichkeit, sich vorzustellen. „Wir sind zufrieden mit dem vergangenen Wochenende“, sagt sie. Prokurist Norbert Abelein war selbst am Freitag vor Ort: „Es waren sehr viele Schüler da und sie waren auch super vorbereitet“, erklärt er. Die Ausbildungsbroschüre „Junge Talente“ sei eine gute Sache. „Hier konnten wir uns im Vorfeld schon gut präsentieren“, erklärt er. Auch er ist mit der Resonanz zufrieden. „Also wenn man mich fragt, ich würde auch bei der nächsten Auflage der Messe wieder mitmachen.“