Kurzer Rückblick: Vor Weihnachten 2019 haben die Hakro Merlins Crailsheim beim Auswärtsspiel in Würzburg eine bittere 88:92-Niederlage nach Verlängerung einstecken müssen. Sie hatten dabei einen Vorsprung von 20 Punkten verspielt.
Nach dieser Partie verloren die Merlins in der Bundesliga nur noch zwei Spiele, wenn man das Finalturnier in München (fünf Spiele, fünf Niederlagen) ausblendet: in der Saison 2019/2020 bei Alba Berlin und in der Saison 2020/21 bei den MHP Riesen Ludwigsburg. Mit neun Siegen aus zehn Saisonspielen fahren die Merlins am morgigen Sonntag nun erneut nach Würzburg.

Noch kein Heimsieg

Die Gastgeber haben nach neun Saisonspielen drei Siege und sechs Niederlagen zu Buche stehen. Alle drei Erfolge wurden in der Fremde eingefahren – in Vechta, in Chemnitz und in Bayreuth. Die vier Heimspiele gingen allesamt verloren.
Mit Justin Sears (12,8) und Tayler Persons (11,2) punkten zwei Würzburger durchschnittlich zweistellig, der von Bayern München zurückgeholte Alex King (9,4), Tyson Ward (9,2) und Cameron Hunt (9,2) sind nah an diesen Werten dran. Die Nachverpflichtungen Mark Ogden (11,3) und Micah Downs (11,0) sind bei den Unterfranken schon wieder Geschichte. Bei den Merlins erzielen Trae Bell-Haynes (21,2), der derzeit verletzte Bogdan Radosavljevic (14,3), Elias Lasisi (12,0) und Tim Coleman (11,5) zweistellige Punktwerte.
Mit 76,7 Zählern pro Partie sind die Würzburger das offensivschwächste Team der Bundesliga, sie erlauben den Gegnern 83,9 Punkte pro Partie. Crailsheim stellt mit 91,2 Punkten die zweitbeste Offensivmannschaft der BBL hinter Oldenburg, die Gegner der Merlins erzielen im Schnitt 79,5 Punkte.
Hakro Merlins Crailsheim, 10. Spieltag Merlins krönen ein grandioses Jahr

Ilshofen

Mit 19,8 Defensivrebounds sind die Würzburger auch in dieser Statistik das schlechteste Team der Liga, Crailsheim kommt auf 25,1 Rebounds in der Defensive und 11,0 in der Offensive. Keine Mannschaft in der BBL darf häufiger an die Freiwurflinie als die Merlins (26,7 Freiwürfe pro Partie), alleine Bundesliga-Topscorer Trae Bell-Haynes darf neunmal pro Spiel an die Freiwurflinie – auch hier ligaweiter Bestwert.
Bei den Dreierversuchen sind die Würzburger ebenfalls Liga-Schlusslicht. 21,3-mal werfen sie aus der Distanz auf den Korb und treffen dabei ein Drittel. Die Crailsheimer feuern 27,5-mal aus der Dreierdistanz und sind knapp elfmal erfolgreich (39,3 Prozent).
„Würzburg ist irgendwie noch nicht so richtig in Schwung gekommen, aber die wichtigen Spiele gegen Mannschaften auf Augenhöhe haben sie gewonnen“, sagt Ingo Enskat, der sportliche Leiter der Merlins. Insgesamt sei die Liga noch schwierig einzuordnen. „Was bedeutet der Sieg gegen Ulm? In Vechta haben wir uns lange Zeit schwer getan. Es geht in Würzburg wieder bei 0:0 los. Wir müssen wieder eine gute Leistung abrufen. Dann haben wir unsere Spiele gewonnen beziehungsweise gedreht.“
Die Merlins müssen zweimal pro Woche zum Corona-Test, auch heute noch einmal. „Das war alles nicht so einfach zu koordinieren wegen der Feiertage und dem Kurierdienst, aber wir haben es so ganz gut hinbekommen“, sagt Enskat. Die Regeneration mit den vielen Spielen im Dezember binnen weniger Tage sei für die Spieler nicht einfach gewesen. Zum Glück werde der Spielplan nun wieder normaler.

Info


s. Oliver Würzburg – Hakro Merlins Crailsheim, Sonntag, 15 Uhr; live und gegen Gebühr bei Magentasport