Zirkusmusik und die ersten Kinderstimmen sind am Sonntag sofort präsent in der Familienbildungsstätte. Nach wenigen Minuten spürt man: Hier geht es tatsächlich zu wie im Zirkus. Kinder aus den ersten vier Klassen toben ausgelassen in drei Räumen umher. In jedem Raum läuft jeweils 20 Minuten lang eine andere AG.

Mehr als nur Artistik

Danach wechseln die Kinder in die nächste Gruppe. Es geht ganz zirkusgemäß um artistische Fähigkeiten, die vermittelt werden. Die AGs betreuen Cornelia Dollmayer, Martina Freudenthal, Nadine Staudacher und Katrin Zott. Den Kindern sollen neben der Akrobatik an sich aber auch persönliche Werte wie Selbstvertrauen, das Gefühl von Gemeinschaft, aber auch religiöse Werte vermittelt werden.

Eine Arbeitsgemeinschaft trifft sich unten im Gebäude. Der Raum ist abgedunkelt, die Grundschulkinder halten leuchtende Hula-­Hoop-Reifen, mit denen sie im Takt der Musik begeistert durch den Raum tollen. Eine Etage weiter oben bietet sich das Spektakel verkleideter Löwenkinder, die reihum wie echte Löwen in einer improvisierten Manege sitzen. In der Mitte weist die Dompteurin ihre Schützlinge an, durch den Kriechtunnel zu krabbeln. Die Kinder tragen selbst gebastelte Ketten, die an Löwenmähnen erinnern sollen. Und tatsächlich ist manchmal sogar ein fast echt wirkendes Löwengebrüll zu hören.

An der letzten Station können die Kinder balancieren. Nahezu mühelos spazieren sie über umgedrehte Bänke oder Slack-Lines für Kinder – ganz Mutige sogar mit verbundenen Augen oder mit einem bunten Regenschirm in der Hand. Natürlich helfen sich die Kinder auch gegenseitig. Am Ende treffen sich die Akrobaten noch mal in großer Runde. Gut 30 Kinder sitzen mit den Betreuerinnen im Kreis und singen das Lied „Von oben und von unten“. Es folgt ein kurzes Gebet, und nach dem Segen verabschieden sich die Kinder von ihren Betreuerinnen.

Nächstes Treffen am 17. März

Viele freuen sich schon auf das nächste und letzte Treffen am 17. März. „Bisher hat für Kinder im Grundschulalter immer was gefehlt“, so Cornelia Dollmayer, eine der vier Mütter, die den Zirkus-Talentino-Gottesdienst betreuen. Es gibt bereits Angebote für bis zu Dreijährige und für Kinder im Kindergartenalter mit Familie, doch nichts für Kinder im Grundschulalter. So war die Idee mit dem Kinderzirkus keine schlechte, denn nach dem ersten Treffen bereits im vergangenem Sommer mit etwa einem Dutzend Kindern hat sich die Zahl in­zwischen verdoppelt. Und das Programm kommt wirklich an, wie sich an den freudestrahlenden Gesichtern der Kinder, aber auch der Betreuerinnen erkennen lässt.

Der etwas andere Gottesdienst basiert auf einer Geschichte von Artist Artur von „Kirche unterwegs“. In Anlehnung an dessen Geschichte läuft auch der Gottesdienst in Crailsheim ab. Artist Artur lebt den Traum vom eigenen Zirkus und vom Kauf eines Zirkuszelts. Auf der Suche nach weiteren Utensilien stöbert er ein altes, verstaubtes Regal mit vielen Büchern auf und merkt nach genauerem Blick, dass es sich dabei um die Bibel handelt.

Regal in der Bildungsstätte

Ein solches Regal steht auch in der evangelischen Bildungsstätte. Zu Beginn eines jeden Gottesdiensts stellt eine von vier Frauen, die sich jeweils als Artur verkleiden, eine Geschichte daraus vor. Die Geschichten beschäftigen sich mit Themen wie Talent, Begabung und der Einmaligkeit des Menschen. Die Quintessenz fließt zum Teil auch mit in die Arbeitsgruppen ein. Am 26. Mai ist die Abschlussveranstaltung, bei der die Kinder die Zirkusnummern ihren Eltern vorführen dürfen.

Das könnte dich auch interessieren: