Crailsheim Grünspecht hat Zukunft

Der Vorsitzende Ulrich Hartlieb überreicht Dorothea Gsell aus Hengstfeld den ersten von vier jungen Obstbaum-Hochstämmen.
Der Vorsitzende Ulrich Hartlieb überreicht Dorothea Gsell aus Hengstfeld den ersten von vier jungen Obstbaum-Hochstämmen. © Foto: Mathias Schlumberger
Crailsheim / PM 26.11.2014
Vor dem Wintereinbruch 2014/15 setzten die Mitglieder des Förderkreises regionaler Streuobstbau Hohenlohe-Franken (FÖS) zusammen 127 junge Obstbaum-Hochstämme im Landkreis Schwäbisch Hall.

Mit dieser gemeinsamen Aktion will der Verein ein Zeichen setzen gegen den grassierenden Obstbaumschwund. Die Vereinsleitung hatte eine Sammelbestellung von zunächst 40 Bäumen organisiert, um den Mitgliedern im Jubiläumsjahr ein besonders günstiges Angebot zu machen. Das kam so gut an, dass die Mitglieder mehr als das Dreifache an Bäumen bestellt haben. Rund 40, vorwiegend alte, lokaltypische Sorten wurden ausgesucht. Die drei beliebtesten waren Boskoop, Glockenapfel und Brettacher. Meist sind solche Sorten weniger krankheitsanfällig und müssen nicht mit Chemikalien behandelt werden, was bei der Grünspecht-Initiative sowieso nicht erlaubt ist.

Den Mitgliedern aus dem Altkreis Crailsheim überreichte der Vorsitzende Ulrich Hartlieb aus Kirchberg die jungen Hochstämme auf dem Volksfestplatz. Einige sagten beim Anblick der stattlichen Jungbäume: "Wenn ich gewusst hätte, wie groß und schön die sind, hätte ich noch ein paar mehr davon bestellt!" Den Mitgliedern aus dem Altkreis Hall und dem Limpurger Land übergab Baumwart Hajo Winter vom Kupferhof Gerabronn ihre bestellten Bäume bei der Partnerfirma Hohenloher Fruchtsäfte in Schwäbisch Hall.

Ein netter Zufall wollte es, dass der Grünspecht als Vogel des Jahres und die Grünspecht-Streuobstinitiative das Jahr 2014 als ihr Ehrenjahr betrachten können. So wie der in den Streuobstwiesen vorkommende Specht in den letzten Jahren im Bestand zugenommen hat, so kann auch die Grünspecht-Aufpreis-Initiative des Förderkreises auf eine 25-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken.

Weil 80 Prozent der Streuobstwiesen in Baden-Württemberg mangels Baumschnitt ungepflegt und überaltert sind, will die Landesregierung mit einer Förderung von Baumschnittmaßnahmen gegensteuern. Der Förderkreis wird für seine Mitglieder Sammelanträge einreichen, damit diese im Winter 2015/16 staatliche Zuschüsse erhalten, wenn sie ihre Bäume selbst schneiden oder von Fachleuten schneiden lassen.

Antragsschluss ist der 15. Mai kommenden Jahres.