Schrozberg Kunsthandwerkermarkt lockt zum Bummeln

Schrozberg / Oliver Färber 20.08.2018
Eine Blechwelle rollt am Sonntag ins kleine Leuzendorf: Das Sommerfest der Sportfreunde Landwehr findet großen Anklang.

Bereits um 10 Uhr ist es am Sonntagmorgen schon gar nicht so einfach, einen Parkplatz rund um die große Wiese zu ergattern, auf dem der Kunsthandwerkermarkt in Leuzendorf steigt. Eine Blechlawine hat sich bereits über den kleinen Ort ergossen, an manchen Stellen geht’s sehr eng zu.

„Wir haben etwas weiter weg geparkt, aber wir haben auch nicht vor, groß einzukaufen, und müssen nichts tragen“, meint Harald Ilgner. Da hat er aber die Rechnung nicht mit seiner Frau Inge gemacht, die nach diesem Satz lacht: „Es kommt eh immer anders als man sich das vornimmt“, meint sie. Denn solche Märkte, die seien ihre Leidenschaft. „Aber es ist echt jetzt schon sehr viel los. Ich muss jetzt los bummeln“, meint sie, packt ihren Harald unter dem Arm und zieht ihn im Stechschritt mit.

Ein paar Meter weiter steht das Zelt der Feuerwehr-Abteilung Leuzendorf. Deutlich sichtbar ist es das Ziel einer weiteren Besuchergruppe, denn die Schlange der Menschen, die dort anstehen, reicht ein ganzes Stück aus dem Zelt heraus. Dort wird ein üppiges Frühstück je nach Wunsch angeboten. Draußen werden langsam schon die Sitzplätze rar. „Das ist hier aber auch besonders lecker“, meint Marina Taler und zeigt mit ihrem Messer auf ihren Teller. Sie hält es für eine besonders gute Idee, so etwas bei einem Fest anzubieten. „Wo gibt es denn das schon? Sonst gibt’s nur Würste und Steak“, sagt sie. Gerade wer Samstagabend länger beim Leuzendorfer Sommernachtstraum gewesen sei, genieße das jetzt sicher, fügt sie noch hinzu und widmet sich wieder ihrem Morgenmahl.

Die Würste und die Steaks, die gibt es natürlich trotzdem, auch einen „Landwehrburger“ oder Maultaschen. Am Abend ziehen die Sportfreunde Landwehr die mediterrane Karte und bieten italienische Speisen an.

Über 60 Anbieter beim Markt

Aber die meisten Besucher sind wegen des Kunsthandwerkermarkts gekommen. Und bei der 29. Auflage in diesem Jahr ist er eben kein Geheimtipp mehr und auch bei den Anbietern beliebt. Sie kommen deshalb nicht nur aus der Region. Über 60 haben ihre Stände in einem Rund auf der großen Wiese aufgebaut. Ein Kasten aus Holz für Hochprozentiges da, Schmuck für den Garten dort, Selbstgestricktes auf einem Tisch, Selbstgeschneidertes an einem Ständer ein paar Meter weiter. Töpferwaren für die eigene Küche, Holzspielzeug für die Kleinen oder ausgefallener Schmuck für die frisch Verliebten – jeder findet ein spezielles Angebot für sich.

Hildegard Mayer ist gefragt. Etliche Kunden schauen sich die Kunstwerke für den Garten an, die ihre Freundin herstellt, und wollen mehr darüber wissen. „Wir sind zusammen von einem Markt zum nächsten unterwegs“, verrät die 58-Jährige. Die Handwerkerin selber holt gerade einen Kaffee. „Kaum ist sie weg, schon stehen die Kunden hier Schlange“, meint Mayer und grinst. Der Markt in Leuzendorf stehe bei dem Duo hoch im Kurs, weil die Besucher sich nicht nur umsähen, sondern auch kauften. „Schließlich braucht man auch den Lohn für die Arbeit und den Aufwand“, macht sie klar und wendet sich den Kunden zu. Die investieren, reichen ihr mit den Worten „Passt so“ 80 Euro.

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