Aktion Grimmer antwortet auf die Mutter aller Fragen 

Crailsheim / Christine Hofmann 15.06.2018

Ein paar Grad mehr auf dem Thermometer hätten der Aktion „Hier sind wir zu Hause“ am Mittwochabend auf dem Berliner Platz sicher nicht geschadet. Doch heiße Wurst, Hüpfburg und Gespräche sorgten schließlich für eine warme Atmosphäre. Das HOHENLOHER TAGBLATT hatte in den größten Crailsheimer Stadtteil eingeladen – und brachte Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer mit.

Dieser hatte keine Schwierigkeiten, den Weg zum Berliner Platz zu finden, schließlich ist er an der Ecke Mittlerer Weg groß geworden und war immer mal wieder auf dem Platz. „Ich bin auch das eine oder andere Mal im Apfelbaum gewesen“, verriet er. Auf die Frage von HT-Redaktionsleiter Andreas Harthan, was er in der Diskothek angestellt habe, antwortete er aber lieber nicht: „Das habe ich vergessen – oder verdrängt.“

Mit dieser Frage wollte Harthan freilich nicht die Ortskenntnis des Oberbürgermeisters testen. Er spielte vielmehr darauf an, dass Grimmer während seines Wahlkampfes nicht auf dem Kreuzberg gewesen ist. „Wurde der Kreuzberg damals irgendwie vergessen?“, wollte Harthan wissen. Immerhin sei er der mit Abstand größte Crailsheimer Stadtteil. Keiner der zwölf Kandidaten habe den Kreuzberg in der heißen Phase vor der OB-Wahl besucht, erinnerte Grimmer und berichtete von drei anstrengenden Wochen, in denen sich eine Veranstaltung an die andere gereiht habe.

„Wir müssen uns aber auch die Frage stellen, warum die Wahlbeteiligung hier so gering war“, räumte er ein. Zur Info: Trotz geringer Wahlbeteiligung, die auf dem Kreuzberg nicht ungewöhnlich ist, hat Grimmer hier – wie in anderen Stadtteilen auch – ein sehr gutes Ergebnis über 50 Prozent eingefahren.

Vergessen habe er den Stadtteil keinesfalls. Grimmer: „Ich habe mich sehr für den Kreuzberg eingesetzt.“ Beim HT-Wahlforum im Hangar habe er ihn explizit erwähnt, als er davon sprach, die Politik in der Stadt fairer gestalten zu wollen. Konkret geht es um die Themen Abschaffung der unechten Teilortswahl und um die Einrichtung von Bezirksräten. Auch über die Frage, wie die Kompetenzen zwischen Gemeinderat und Ortschaftsräten oder möglichen Bezirksräten verteilt werden, könnte man neu nachdenken, so Grimmer.

Klar, dass die Mutter aller Fragen, die die Bewohner des Kreuzbergs umtreibt, auch angesprochen wurde: Wann kommt die Halle? Die Frage überraschte Grimmer nicht. „Ich sehe hier kurzfristig wenig Spielraum“, sagte er und berichtete vom hohen Investitionsprogramm der Stadt, das bereits beschlossen und nun Schritt für Schritt abgearbeitet werden müsse. Außerdem gebe es eine lange Wunschliste: „Wir haben eine neu zu bauende Jahnhalle und Kistenwiesenhalle, viele wollen eine Stadthalle – und gleichzeitig soll noch eine Halle auf den Kreuzberg.“ Jede Halle verschlinge Kosten in Höhe einer viertel Million Euro an Unterhaltung, rechnete Grimmer vor. Es müssten also Prioritäten gesetzt werden. „Und das wird der Gemeinderat auch tun.“

Einer Zuhörerin war das zu wenig. „Warum müssen wir am Kreuzberg warten, bis alle Hallen in Crailsheim gebaut oder saniert sind? Das dauert ja bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag“, sagte sie. „Ich treffe die Entscheidungen in der Stadt erst seit dem 1. Februar“, konterte der Oberbürgermeister.

Eines jedoch konnte er versprechen: Sollte er sich um eine zweite Amtszeit bewerben, wird er Wahlkampf auf dem Kreuzberg machen.

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