Kupferzell Griff in die Rücklage

Die Carl-Julius-Weber-Halle - hier mit einer Podiumsdiskussion - kann nicht kostendeckend betrieben werden.
Die Carl-Julius-Weber-Halle - hier mit einer Podiumsdiskussion - kann nicht kostendeckend betrieben werden.
JULIANE RENK 04.05.2013
Im Hohenloher Schinken sieht der Kupferzeller Gemeinderat Fritz Rehm (SPD) ein Sinnbild für den Haushalt: "durchwachsen, aber mit fetten Schichten durchzogen und auf jeden Fall appetitlich."

"Wir leben nach wie vor von unserer Substanz", erklärt Kämmerer Wolfgang Rath. Damit meint er, dass der Haushalt nicht ohne einen Griff in die Rücklage der Gemeinde auskommt. Rund zwei Millionen Euro schießen die Kupferzeller zu, damit verbleiben in der Rücklage noch zwei Millionen.

So erreichen sie einen ausgeglichenen Etat mit einem Volumen von rund 22,8 Millionen Euro. 16,6 Millionen Euro davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt und 6,2 Millionen auf den Vermögenshaushalt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Haushaltsvolumen damit um satte 26 Prozent angestiegen.

Positiv ist, dass die Gemeinde 2013 keine neuen Schulden macht, sondern plant, das Defizit von derzeit 3,2 Millionen um rund 180 000 Euro zu verringern. Für Peter Lemke (UWG) ist dennoch klar: Es werde auch weiterhin eine "Prioritätenliste bei den Reparaturen geben müssen". Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer liegen mit rund 3,8 Millionen Euro um 800000 Euro höher als 2012. Die Unternehmen im Gewerbepark hätten für vergangene Jahre Steuern nachgezahlt, erklärt Rath. Trotzdem bleibt der Kämmerer vorsichtig: "Wir stehen und fallen mit der Gewerbesteuer."

Der Vermögenshaushalt schafft Raum für Investitionen. Die größte Summe (2,6 Millionen) gibt Kupferzell für den Erwerb von Grundstücken aus. Platz zwei belegen Bauausgaben für zwei knapp Millionen Euro. Hinzu kommen knapp eine Million Euro für die Sanierung Ortsmitte II mit dem BAG-Areal.

Die Carl-Julius-Weber-Halle und das Hallenbad belasten den Haushalt. Die Halle macht ein Defizit von 206000 Euro, das Bad 122000 Euro pro Jahr. Es sei nicht möglich, sie kostendeckend zu führen, so Kämmerer Rath. Trotzdem hält die Gemeinden an beiden fest.