Crailsheim Graziöse und elegante Flötentöne

Crailsheim / Ralf Snurawa 20.06.2018
Mit „Very British“ war das zweite Sommerkonzert in der Liebfrauenkapelle überschrieben.

Gernot Stepper, Flöte, Christoph Broer, Cembalo, und Hanns-Hermann Lohrer, Violoncello, widmeten sich Werken von Georg Friedrich Händel, John Stanley und Wolfgang Amadeus Mozart. Stanley ist von diesen Komponisten der einzige Engländer. Seine Werke liegen stilistisch zwischen Händel und Mozart, wenngleich noch eher der Barockzeit zugehörig.

Das zeigte seine zweite Flötensonate in g-Moll. Sie begann mit einem szenenartigen Satz, der zu einem packenden Duett zwischen der Flöte und den beiden anderen Instrumenten führte. Die Wechsel zwischen den Stimmen gelangen den drei Musikern wunderbar abgestimmt, sodass eine fesselnde Interpretation des zweiten Satzes entstand, der in einen leicht tänzelnden, giguenartigen Schlusssatz mündete.

Der dreisätzigen Stanley-Sonate war eine fünfsätzige in G-Dur von Händel vorausgegangen: eigentlich mehr eine Mischung aus Kirchensonatenform und Suite. Weit und klar wurde im Eingangs-Adagio der Melodiebogen gespannt. Klangschattierungen wurden sanft hervorgehoben. Sprühend und mit federndem Pulsieren erklang das nachfolgenden „Allegro“. Elegant ausgespielte Verzierungen in der Flöte über einem schreitenden Bass im Violoncello bestimmten den Adagio-Satz. Fast etwas ausgelassen wirkte danach die Bourrée, graziös das Menuett.

Traurig tönende Passagen

Ganz anders wirkte die Menuettsatzform in Mozarts früher, 1764 in London geschriebener F-Dur-Sonate KV 13. Sie scheint durch ihre chromatisch abwärts gerichteten Achtelfiguren fast zu entgleiten und einen humorvollen Aspekt zu betonen. Dadurch wurde die Strenge des zweiten Menuett-Themas noch verstärkt.

Das vorangegangene f-Moll-Andante mit seinen wundervoll schattierten, traurig tönenden Passagen, gesanglich sanft und warm getönt, stand dagegen im Kontrast zum F-Dur-Eingangssatz. Der strahlte Heiterkeit und Eleganz aus, besonders durch den reich verzierten Flötenpart. Gernot Stepper harmonierte ganz mit Christoph Broers Cembalospiel. Für den begeisterten Beifall bedankte sich das Trio mit einem beschwingt wiedergegebenen „Country Dance“ aus Händels „Wassermusik“, jenes in Halle geborenen Komponisten, der doch vielleicht zu dem wichtigsten englischen Komponisten der Barockzeit wurde.

Info

Das nächste Sommerkonzert in der Liebfrauenkapelle ist am Samstag, 23. Juni, um 17 Uhr. Der Crailsheimer Kammerchor wird sich dann mit barocker Symmetrie und Johann Sebastian Bachs Motette „Jesu meine Freude“ auseinandersetzen.

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