Ansbach Gleiche Bedingungen schaffen

Die neue Regionalmanagerin Stefanie Groß, Landrat Dr. Jürgen Ludwig, Bayerns Finanzminister Dr. Markus Söder und Regierungspräsident Dr. Thomas Bauer (von links) freuen sich über eine Finanzspritze in Höhe von 193 000 Euro, die der Landkreis Ansbach um die gleiche Summe aufstockt.
Die neue Regionalmanagerin Stefanie Groß, Landrat Dr. Jürgen Ludwig, Bayerns Finanzminister Dr. Markus Söder und Regierungspräsident Dr. Thomas Bauer (von links) freuen sich über eine Finanzspritze in Höhe von 193 000 Euro, die der Landkreis Ansbach um die gleiche Summe aufstockt. © Foto: Ralf Stegmayer
Ansbach / RALF E. STEGMAYER 26.11.2014
Er wollte es, jetzt hat er es: Landrat Dr. Jürgen Ludwig freut sich seit Ende letzter Woche über ein Regionalmanagement für den Kreis Ansbach. Die gute Nachricht überbrachte Minister Dr. Markus Söder.

Gleich mit im Gepäck hatte Bayerns Finanzminister Söder einen Förderbescheid über 193 000 Euro. "Unser Motto lautet ,Aktivieren statt alimentieren'. Das Regionalmanagement soll den Landkreis Ansbach fit für die Zukunft machen", sagte Söder. Und weil er ja auch dem neuen bayerischen Heimatministerium vorsteht, sieht er das Instrument Regionalmanagement auch als Säule der Heimatstrategie, "die gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Bayern schaffen soll".

Das und noch viel mehr. Zum Beispiel ein gutes Image. Das gehört für Landrat Jürgen Ludwig dazu. Für den Kreis Ansbach war das lange Zeit anders: Natur und Romantik gaben bis weit in die 1990er-Jahre hinein den "behäbigen" Ton an. "Die Zeiten sind vorbei", sagt Ludwig bestimmt. "Über 50 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis arbeiten mittlerweile in der Industrie. Das muss auch in die Köpfe der Bürger. Wir sind auf einem guten Weg - und das Regionalmanagement wird uns zusätzliche Impulse geben", ist sich der Landrat sicher.

So steht es auch im über 100-seitigen Handlungskonzept, mit dem sich Ansbach quasi um die Förderung durch den Freistaat beworben hat. So heißt es unter den "erwarteten Ergebnissen" etwa: "Mit der Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe wird die lokale Wirtschaft ein-schließlich der Landwirtschaft gestärkt (. . .). Sie führen dazu, dass mehr Wertschöpfung in der Region erwirtschaftet wird und dort verbleibt." Will heißen: Mehr Arbeitsplätze schaffen und Perspektiven für junge Menschen bieten, damit diese in der Region bleiben.

Als "Meilensteine" in diese Richtung stehen in dem Papier zum Beispiel ein Netzwerk Fachkräftesicherung, der Ausbau der regionalen Kompetenzfelder Kunststoff, Logistik, Automobilzulieferung sowie Energie und Umwelt, eine Regionalakademie Landkreis Ansbach oder das Schaffen von Regionaltheken und Nachbarschaftsläden.

Wenn das neue Ansbacher Regionalmanagement in diese Richtung marschiert, ist weder Minister Söder noch Landrat Ludwig bange um Bayerns größten Landkreis. Markus Söder: "Die Kraftquelle des Freistaats liegt ganz klar in einem starken ländlichen Raum."

Netzwerke

Aktuell werden in Bayern 35 Regionalmanagements gefördert. Rund 80 Prozent aller bayerischen Kommunen nutzen die Möglichkeiten solcher Initiativen. Bisher gab es vom Freistaat 1,5 Millionen Euro pro Jahr. Wenn künftig alle Regionalmanagements die angebotene Förderung voll ausschöpfen, macht Bayern ab 2015 bis zu sieben Millionen Euro locker. Im Kreis Ansbach gibt es mittlerweile zehn Zusammenschlüsse dieser Art. res

SWP