Wenige Tage nach der Verurteilung wegen Mordes an seiner Frau ist ein 48-Jähriger tot in seiner Zelle im Gefängnis in Schwäbisch Hall gefunden worden. „Aus Sicht der JVA spricht alles für einen Suizid“, teilte ein Sprecher des Landgerichts Ellwangen am Donnerstag mit. Der Mann war am 20. Mai vom Landgericht Ellwangen wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er seine Frau in Gerabronn (Kreis Schwäbisch Hall) in ihrem Auto mit Benzin übergossen und angezündet hatte. Nach Angaben des Gerichtssprechers wurde die Leiche des Mannes am Montag in der Zelle gefunden. Damit wird der Mordprozess eingestellt. Gegen Tote könne es kein Strafverfahren geben, erläuterte der Sprecher.
Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Angeklagte seine von ihm getrennt lebende Ehefrau heimtückisch getötet. Der Mann habe „getragen von einem absoluten Vernichtungswillen“ die 45-Jährige Mitte November vergangenen Jahres auf dem Weg zu Arbeit abgefangen, geschlagen und in ihrem Auto mit Benzin übergossen. Die Frau schaffte es noch aus dem Auto, wurde aber von ihrem Mann unter Schlägen auf den Fahrersitz zurückgedrängt. Im Innern hatten sich zwischenzeitlich starke Benzindämpfe gebildet. Dann warf der Angeklagte eine Zigarette in den Wagen. Der Tat war ein Streit um ein Wohnhaus und den Unterhalt vorangegangen.

Gerabronn / Ellwangen