Volksfest Geplante Sanierung des Volksfestplatzes sorgt für Abstimmungsbedarf im Rathaus - mit Video

ANDREAS HARTHAN 29.09.2016
Hat der Volksfestplatz nach seiner Sanierung noch genügend Platz fürs Volksfest? Das Rathaus sucht Antworten auf diese Frage.

Das Sanierungsgebiet „Östliche Innenstadt“ ist auf den Weg gebracht. In seiner jüngsten Sitzung fasste der Gemeinderat den Satzungsbeschluss für das nächste städtebauliche Großprojekt in Crailsheim. Die Kosten für Maßnahmen im fast 25 Hektar großen Sanierungsgebiet, dessen Kern der Volksfestplatz bildet, belaufen sich voraussichtlich auf deutlich mehr als 25 Millionen Euro.

Doch diese Kosten und deren Finanzierung (mindestens 15 Millionen Euro muss die Stadt beisteuern) beschäftigen die Stadträte noch nicht so sehr. Im Vordergrund steht derzeit eine andere Frage: Kann der Platz nach seiner Sanierung überhaupt noch Volksfestplatz sein? Während Baubürgermeister Herbert Holl den Eindruck erweckte, dass die Datenerhebung im Rathaus noch läuft, sagte Oberbürgermeister Rudolf Michl, dass alle Informationen vorliegen, es aber unterschiedliche Einschätzungen der Fachbereiche gebe. Auf HT-Nachfrage teilte die Pressestelle des Rathauses mit, dass allen Fachbereichen die Bedeutung des Volksfestes bewusst und allen klar sei, „dass ausreichend Platz für das Fest der Feste erhalten bleiben muss“. Allerdings gebe es noch einen „verfeinerten Abstimmungsbedarf“ im Rathaus.

Der Gemeinderat beschloss auch Grundsätze für die Förderung von privaten Sanierungsmaßnahmen. Ab 2017 werden für die Dauer von fünf Jahren jährlich 300.000 Euro bereitgestellt. Gefördert wird die Instandsetzung und Modernisierung von Gebäuden genauso wie die Schaffung von neuem Wohnraum.

 

Ist denn bei den vielen privaten Grundstücksbesitzern im Sanierungsgebiet überhaupt Bereitschaft vorhanden, zu investieren? Während in der Sitzungsvorlage für die Stadträte betont wird, dass die „erforderliche Mitwirkungsbereitschaft der Beteiligten“ vorliege, verwies Stadtrat Peter Gansky (Bürgerliste) auf einen Bericht der mit der Durchführung der Sanierung beauftragten Firma Wüstenrot Städtebau. In dem steht, dass aufgrund der Rückläufe auf eine Fragebogenaktion und spontanen Äußerungen von Bewohnern „nicht direkt von einer positiven Einstellung zur Sanierung ausgegangen werden kann“. Erforderlich sei deshalb „intensive Beratung“.

Weitere Punkte könnten auch noch für Diskussionsstoff sorgen. So sind laut Wüstenrot-Bericht „durchgreifende Ordnungsmaßnahmen“ erforderlich. Zudem sei der „umfangreiche Abbruch“ von Gebäuden vonnöten. Des Weiteren seien „bodenordnerische Maßnahmen erforderlich“, die mithilfe von freiwilligen Umlegungsverfahren durchgeführt werden sollen. Die Firma will nicht ausschließen, dass Bewohner und Betriebe für eine gewisse Zeit umgesiedelt werden müssen. Wüstenrot betont jedoch, dass auf Zwangsmittel „wenn irgend möglich verzichtet werden sollte“.