Crailsheim Geologiekurs vor der Steinbruchwand

Das Schotterwerk Heumann an der Heldenmühle war Ziel einer Betriebsbesichtigung der Volkshochschule Crailsheim.
Das Schotterwerk Heumann an der Heldenmühle war Ziel einer Betriebsbesichtigung der Volkshochschule Crailsheim. © Foto: Foto: Martin Dilger
Crailsheim / Ute Schäfer 22.06.2018
Die Crailsheimer Volkshochschule macht sich regelmäßig zu Betriebsbesichtigungen auf. Ziel ist diesmal das Schotterwerk Heumann an der Heldenmühle, seit 1927 ein Familienbetrieb.

Dass an der Heldenmühle schon lange Bodenschätze abgebaut werden, davon kündet bereits der Name. Der hat nämlich nichts mit Helden zu tun, sondern mit Halden, erzählt der Geschäftsleiter des Schotterwerks Heumann, Ekkehard Schumm. „Auf der anderen Seite der Jagst wurde Vitriol abgebaut. Da wird es eine Abraumhalde gegeben haben“, so seine Vermutung.

Heute wird an der Heldenmühle Crailsheimer Muschelkalk gewonnen, in zwei Sohlen à 30 Meter. Es war also eine gewaltige Wand, vor der die Teilnehmer der Volkshochschulführung da standen. Hergestellt werden hier vor allem Schotter und anderes Beiwerk für den Straßenbau. Aber auch Bruch- und Schichtsteine, die zum Beispiel für Trockenmauern oder Begrenzungen in Gärten gebraucht werden.

Elf Teilnehmer hatte die Führung, zehn davon Männer. „Wahrscheinlich sind die großen Maschinen für Männer doch interessanter als für Frauen“, sagte Schumm. Es gibt auf dem Gelände zum Beispiel riesige Muldenkipper, aber auch Mahl- und Zerkleinerungsanlagen, „und alles auf dem neuesten Stand“, so Schumm. „Wir passen die Technik ständig an.“

Der Muschelkalk, der an der Jagst abgebaut wird, ist vor 200 bis 250 Millionen Jahren entstanden. Damals war die Hohenloher Ebene von einem Urmeer bedeckt, in dem Generationen von Muscheln eine immer stärkere Bodenschicht bildeten. Das entsprechende erdgeschichtliche Zeitalter heißt Trias. Der Name kommt von der Zahl drei, denn in der Trias sind drei Gesteinsarten entstanden: Muschelkalk, Keuper und Buntsandstein, erklärt Schumm, und ja, natürlich finde er immer wieder Versteinerungen. „Muscheln natürlich, aber auch Seelilien.“ Dass er hier so manchen Geologiekurs durchführt, versteht sich von selbst. „Wir machen immer wieder Führungen. Ich freue mich, wenn unser Betrieb auf Interesse stößt.“ Auch Maurerlehrlingen, Schulklassen oder anderen Gruppen hat er das Schotterwerk gezeigt, das ein Familienbetrieb ist. Johann Heumann, der das Werk 1927 gegründet hat, war Schumms Urgroßvater. Und er war im übrigen auch derjenige, der die Jagstversickerung zubetoniert hat – die alten Crailsheimer werden sich an die Badestelle dort noch gut erinnern.

Fünfte Generation steht bereit

Damit führt Schumm das Werk in der vierten Generation, und die fünfte steht in den Startlöchern. Schumm: „Ich freue mich, dass auch meine Söhne Interesse am Betrieb haben.“

VHS-Leiter Martin Dilger war bei der Tour dabei und hoch beeindruckt. „Wir wissen jetzt, dass das Klischeebild von den Löchern und den Dynamitstangen nicht mehr stimmt.“ Die VHS-Gruppe bekam viele Infos über moderne Sprengungen und die Nutzung verschiedener Sprengstoffe für unterschiedliche Zwecke. Sie durften sogar einen Sprengstoffbunker besichtigen.

VHS ist regelmäßig in Betrieben zu Besuch

Immer wieder bietet die Volkshochschule Crailsheim in ihren Semesterprogrammen Betriebsbesichtigungen an. Es ging bereits zu Bosch, Schenker und zur NOW. Die nächste Führung ist für den 18. Oktober angesetzt. Dann kann die Firma HBC Radiomatic besichtigt werden. Nähere Informationen gibt es im Herbstprogramm der Volkshochschule. uts

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